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Archiv für die 'Fantasy' Kategorie


Percy Jackson – Diebe im Olymp

Erstellt von Redaktion am 26. Februar 2010

Percy JacksonPercy Jackson – Diebe im Olymp

Originaltitel: Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief
Produktionsland: USA, Kanada
Erscheinungsjahr: 2010
Länge: 120 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: Chris Columbus
Drehbuch: Craig Titley
Roman: Rick Riordan
Produktion: Chris Columbus, Michael Barnathan, Karen Rosenfelt
Musik: Christophe Beck

Darsteller: Logan Lerman (Percy Jackson), Brandon T. Jackson (Grover Underwood), Alexandra Daddario (Annabeth Chase),Jake Abel (Luke Castellan), Pierce Brosnan (Chiron), Kevin McKidd (Poseidon), Sean Bean (Zeus), Steve Coogan (Hades), Rosario Dawson (Persephone), Catherine Keener (Sally Jackson), Uma Thurman (Medusa)

Die Herrschaft von Harry Potter neigt sich langsam dem Ende zu und so wird es Zeit einen Nachfolger auf den Thron zu bringen. Spätestens mit dem voraussichtlich 2011 erscheinenden letzten Film der Potter-Reihe sollte der Prinz etabliert sein, um das Zepter aus der Hand des Königs zu nehmen. Percy Jackson dürfte aber ein Dreizack reichen, denn immerhin ist er Poseidons Sohn.

Aus der Feder von Rick Riordan stammen die Bestsellergeschichten des jungen Percys, der eines Tages entdeckt, dass er ein ganz besonderer Junge ist. Auf Grund seiner Abstammung genießt er fortan eine besondere Ausbildung und erlebt mit seinen Freunden gefährliche Abenteuer – die mit seiner Abstammung in Verbindung stehen. In seinem ersten Abenteuer muss Harry, Verzeihung, Percy (Logan Lerman), den gestohlenen Herrscherblitz zurückbringen. Ansonsten hauen die Götter des Olymps – allen voran Zeus – die Welt in Stücke. Zu allem Übel hat Hades Percys Mutter Sally (Catherine Keener) entführt und die muss gerettet werden.

Zusammen mit der süßen Kämpferin Annabeth Chase (Alexandra Daddario) – Tochter der Athene und ebenfalls eine Halbgöttin – und dem schwarzen Satyr Grover Underwood (Brandon T. Jackson) muss Percy erst einmal Zauberperlen suchen, dann in die Unterwelt reisen, dort die Mutter retten und anschließen auf dem Olymp Zeus von seiner Unschuld überzeugen. Der Film geht beinahe zwei Stunden, also ist dafür doch eigentlich genug Zeit …

So wie die Romanreihe, so ist auch der Film von Mister Harry Potter inspiriert. Und zwar sehr stark. Um Nägel mit Köpfen zu machen haben sich die Studiobosse dann auch Chris Columbus ins Boot geholt. Der hat seinerzeit die ersten beiden „Harry Potter“-Filme gedreht und weiß also genau, um was es geht. Und Columbus liefert auch genau das, was bestellt wurde: Kindertaugliche Massenunterhaltung nach Schema Potter. Um es auf den Punkt zu bringen: Das ist unterhaltsam, leidlich spannend, aber irgendwie schon mal dagewesen und austauschbar. Allerdings werden nun Sagengestalten und griechische Mythen bemüht, anstatt altenglische Mauern und britisches Zauberwerk. Egal, Hauptsache der Film weiß zu unterhalten.

Und das gelingt ihm auch. Chris Columbus vertrödelt keine unnötige Zeit mit ausgefeilten Dialogen und langweiliger Charakterentwicklung. Er gibt sofort Gas. Die platten Dialoge erklären die wichtigsten Zusammenhänge, dann folgt eine Szene nach der anderen. Selbst der vermeintliche Tod von Percys Mutter ist nur eine Sekunde der Besinnung wert, dann geht es weiter: Ab durch die USA, im Stile eines Roadmovies und genau so aufgemacht wie ein modernes Videospiel.

Glücklicherweise rast Percy zusammen mit seinen Freunden durch die Gegend und es ergibt sich dann doch die ein oder andere Szene, in der Schauspieler miteinander agieren. So deutet sich zwischen Percy und Hermine – Verzeihung – Annabeth, eine kleine Liebschaft an, während der drollige Juniorbeschützer Ron – Verzeihung – Rover, für den ein oder anderen Gag gut ist. Rover wird übrigens vom Komiker Brandon T. Jackson gespielt. Die Rolle ist einfach angelegt: Plappernder Schwarzer mit blöden Sprüchen, der von einem Problem ins Andere trudelt. Da fühlt sich der Zuschauer an die guten alten achtziger Jahre erinnert. Wenigstens macht Alexandra Daddario als Annabeth eine gute Figur und den lieben Percy heiß. Aber keine Bange, Percy wurde zwar um fünf Jahre für den Streifen gealtert (im Buch beginnen die Abenteuer als der Junge elf ist), aber dennoch bleibt alles sehr züchtig und in geordneten Bahnen. Okay, typisch amerikanisch gibt es zwar keinen Kuss, aber heftige Actionszenen und Kampfsequenzen, in denen der ein oder andere Darsteller schon mal ein wenig blutig aufgeschlitzt wird. Ja, so sieht verfilmte Doppelmoral aus.

„Percy Jackson – Diebe im Olymp“ hält für die jugendlichen Zuschauer aber auch wichtige Weisheiten bereit. So sind Drogen einfach Kacke und niemand sollte einfach etwas Essen, das einfach so angeboten wird. Genau das geschieht nämlich im verlotterten Las Vegas und der heiße Drogenrausch entpuppt sich schon bald als große Gefahr, während im bunten Hintergrund Lady Gagas „Pokerface“ aus den Boxen dringt. Wenigstens hat der Film stellenweise einen guten Score.

Etliche Abenteuer und abgeschlagene Köpfe später rettet das lustige Trio die liebe Mutter von Percy. Schon erwähnt? Die Alleinerziehende hat sich natürlich nur wegen Percy mit einem stinkenden Säufer eingelassen, der seine Frau und den Stiefsohn wie Dreck behandelt. Daran können sich alle jungen männlichen Legastheniker die unter ADS leiden klammern, vielleicht ist ihr Vater ja auch ein Gott. Mehr jugendlicher Außenseiter geht einfach nicht.

Jedenfalls weiß der Film die Hoffnung zu bedienen. Um nun aus der Unterwelt zu fliehen (die fleißig zur Hölle christianisiert wurde, aber mit dem Eingang in Hollywood Ironie zeigt) muss leider einer zurückbleiben. Und wen trifft es? Natürlich den Schwarzen! Und jahrelang haben die Zuschauer geglaubt diese dunklen Klischee-Zeiten seien vorbei - Chris Columbus belehrt seine Zuschauer mit einem Griff in die Mottenkiste aber eines Schlechteren.

Auch die Spezialeffekte haben bessere Zeiten gesehen. Sie bewegen sich zwar über TV-Niveau, aber Kino-Standard sieht heutzutage einfach anders aus. Vor allem Pierce Brosnan als Zentaure ist einfach nur grottig umgesetzt. Es bleibt sowieso ein Rätsel, warum er und Uma Thurman in diesem Streifen mitspielen. Schauspielerische Leistung zeigt jedenfalls keiner von beiden.

„Percy Jackson – Diebe im Olymp“ ist leidlich unterhaltsame Massenware, die vor allem das jüngere Publikum ansprechen dürfte, da es einfache Teenie-Action ohne Experimente ist.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Percy Jackson von Carlsen bei Buch24.de:
“Percy Jackson 01. Diebe im Olymp”
“Percy Jackson 02. Im Bann des Zyklopen”
“Percy Jackson 03. Der Fluch des Titanen”

“Percy Jackson” bei Booklooker.de

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In meinem Himmel

Erstellt von Redaktion am 25. Februar 2010

In meinem HimmelIn meinem Himmel

Originaltitel: The Lovely Bones
Produktionsland: Vereinigte Staaten
Erscheinungsjahr: 2009
Länge: 135 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: Peter Jackson
Buch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson
Roman: Alice Sebold

Produktion: Peter Jackson, Carolynne Cunningham, Fran Walsh
Musik: Brian Eno
Kamera: Andrew Lesnie
Schnitt: Jabez Olssen

Darsteller: Saoirse Ronan (Susie Salmon), Mark Wahlberg (Jack Salmon), Rachel Weisz (Abigail Salmon), Stanley Tucci (George Harvey), Susan Sarandon (Grandma Lynn), Jake Abel (Brian Nelson), Rose McIver (Lindsey Salmon)

Mit „In meinem Himmel“ hat sich der bekannte Regisseur Peter Jackson (”The Frighteners”, “Der Herr der Ringe”, “Heavenly Creatures”) an die Verfilmung des gleichnamigen Romans aus der Feder von Alice Sebold gewagt. Der Name Jackson wiegt dabei schwer und seine letzten Projekte lassen ein weiteres filmisches Schwergewicht erwarten. Vor allem die Herausforderung so schwerer Themen wie Vergewaltigung, Kindesmord und Trauer zu bewältigen werfen die Frage auf, wie Peter Jackson das alles in einem Film unterbringen will.

Anfang der siebziger Jahre lebt Susie Salmon (Saoirse Ronan) in einer kleinen amerikanischen Gemeinde. Alles ist friedlich und die erste große Liebe hat die vierzehnjährige in ihren Bann geschlagen. Doch bevor Susie sich mit ihrem großen Schwarm trifft, stößt sie nach der Schule mit Nachbar George Harvey (Stanley Tucci) zusammen. Der hat schon länger ein Auge auf das Mädchen geworfen und eine Kinderfalle gebaut. Da lockt er Susie hinein und bringt sie bei ihrem Fluchtversuch um.

Susie ist nun in einer Zwischenwelt gefangen. Sie kann ihre Lieben daheim beobachten, aber keinen Einfluss nehmen. In ihrem Himmel lernt sie ein Mädchen namens Holly Golightly (Holly Golightly ist der Name einer Musikerin und auch der Name der Hauptfigur in Truman Capotes Roman “Frühstück bei Tiffany”) kennen, erfährt mehr über diese neue und farbige Welt, erfährt auch mehr über ihren Mörder.

Der kommt in der Realität nämlich ungeschoren davon, während Susies Familie an dem Drama zu zerbrechen droht. Vater Jack (Mark Wahlberg) verdächtigt alle Menschen in seinem Umfeld, Mutter Abigail (Rachel Weisz) nimmt Reißaus in die Weinberge und nur Oma Lynn (Susan Sarandon) hält die Stellung. Und Harvey späht schon sein nächstes Opfer aus: Susies Schwester Lindsey (Rose McIver) …

Peter Jacksons Verfilmung nur an der Romanvorlage zu messen, wäre sicherlich unfair. Immerhin konzentriert sich das Buch auf die Vergewaltigung und den Mord an Susie, beschäftigt sich mit der Trauerbewältigung und der Charakterentwicklung. Alice Sebold spricht die Emotionen ihrer Leser an, schildert eindringlich das Grauen und den Umgang damit. Aber Jackson hat sich selbst den Roman ausgesucht und so muss er sich wenigstens den Vergleich mit den Kernthemen gefallen lassen. Und hier scheitert der Regisseur kläglich.

Das sich ein Film zwangsweise wenig auf die Charakterentwicklung konzentrieren kann ist verständlich. Die Zeit ist sehr bemessen, doch Jacksons Figuren werden kaum behandelt. Einzig Susie erfährt eine Entwicklung, alle anderen Figuren werden einfach abgehandelt. Kommt es zu Szenen, in denen es in die Tiefe gehen könnte, bleiben diese gewollt kurz und Peter Jackson wechselt zu einem opulenten Bild. Mark Wahlberg und Rachel Weisz bekommen gar keine Möglichkeit sich zu profilieren. Einzig Susan Sarandon bekommt Zeit zum Spielen eingeräumt. Diese wird dann genutzt um ein paar Lacher zu ernten und dem Film weiter die Ernsthaftigkeit zu entziehen.

Die tiefgehenden Gefühle und das Drama des Romans einzufangen misslingt dem Film. Jackson blendet die Vergewaltigung Susies vollständig aus, reißt den Mord nur an, verlässt sich auf einige Symbole, um darauf hinzuweisen. Gut für all diejenigen, die diese Symbole erkennen und zu deuten wissen. Doch die Bildpracht von Susies Zwischenwelt gibt sich alle Mühe, sämtliche dezente Symbolik zu übertünchen, zu übermalen. Peter Jackson hat in den CGI-Farbeimer gegriffen und sich ordentlich bedient.

Anstatt eines erschütternden Dramas schreibt er nun parallel eine Kriminalgeschichte und eine Mysterystory. Bevor er sich in der einen Geschichte verfängt, wechselt er dann schnell mal hinüber und lässt auch gerne Parallelmontagen ablaufen. Die sind vor allem zu Schluss nervig und deplatziert, wenn Susies Mörder die zerstückelten Reste seines Opfer verschwinden lassen will und gleichzeitig eine unschuldige Kussszene abgehandelt wird. Das wirkt zu keinem Zeitpunkt dramatisch oder traurig, sondern einfach nur aufgesetzt. Zudem entzieht die jeweils eine Einstellung der anderen Einstellung die Substanz.

Personen und Handlung sind bei Jackson also zu vernachlässigen. Selbst Bösewicht, Kinderschänder und Mörder George Harvey wirkt zwar schaurig, aber keineswegs böse. Das wird wohl an FSK 12 liegen. So kommen zwar viele Leute in den Genuss des Films, aber der Film ist einfach zu weichgezeichnet und am Romanthema vorbei. Jackson verlässt sich lieber auf das was er kann: CGI-Effekte.

So inszeniert er opulent Susies Himmel, erinnert damit beinahe an die Farbenpracht von „Hinter dem Horizont“ (1998), ohne dessen Originalität zu erreichen. Denn durch Thema, Farbenpracht und Effekte kommt schnell der Verdacht auf, Jackson hätte sich an dessen Bildgestaltung fleißig bedient. Die Ähnlichkeiten sind jedenfalls auffallend und beide Filme sind stellenweise kitschig zu nennen. Dabei ging Regisseur Vincent Ward in seinem Streifen wenigstens keine großen Kompromisse ein.

Einziger Lichtblick in Jacksons „In meinem Himmel“ ist Saoirse Ronan (”Abbitte”, “City of Ember”), die trotz ihrer jungen Jahre (Jahrgang 1994) eine schauspielerische Glanzleistung zeigt. Ihr wird natürlich auch der größte Raum geboten und den nutzt sie gut aus. Schade nur, dass sie hier regelrecht verheizt wird. Sie und Stanley Tucci („Undercover Blues – Ein absolut cooles Trio“) wurden dann auch für Filmpreise nominiert, wobei diese Nominierungen bei Tucci ein Rätsel bleiben. Sein Harvey ist und bleibt ein farbloses Etwas, ohne Persönlichkeit, ohne Ausstrahlung.

„In meinem Himmel“ ist an sich unterhaltsam, hinterlässt aber keine Spuren und auch keine nachhaltigen Erinnerungen. Einzig Saoirse Ronan bleibt haften und die abschließende Erkenntnis, dass auch ein großer Regisseur kleine Haufen macht.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Goldmann-Taschenbuch “In meinem Himmel” bei Buch24.de

“In meinem Himmel” bei Booklooker.de

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Long Weekend

Erstellt von Michael Drewniok am 6. August 2009

Long Weekend

Originaltitel: Long Weekend (Australien 2008)
Regie, Schnitt u. Musik: Jamie Blanks
Drehbuch: Everett de Roche
Kamera: Karl von Möller
Darsteller: James Caviezel (Peter), Claudia Carvan (Carla), Robert Taylor (Barmann), Everett de Roche (Säufer), Gordon Waddell (Mann im VW-Bus), Jude Beaumont (Frau im VW-Bus), Lara Robinson (Mädchen), Roger Ward (Truckfahrer) u. a.
Label/Vertrieb: Sunfilm Entertainment (sunfilm.de)
Erscheinungsdatum: 24.07.2009 (Leih-DVD/Blu-Ray) bzw. 14.08.2009 (Kauf-DVD/Blu-Ray)
EAN: 4041658222518 (Leih- u. Kauf-DVD) bzw. 4041658292511 (Blu-Ray)
Bildformat: 4 : 3 (2,35 : 1 – 16 : 9)
Audio: DTS 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 88 min. (Blu-Ray: 91 min.)
FSK: 16

Das geschieht:

Mit einem verlängerten Wochenende versucht Yuppie Peter, seine bröckelnde Ehe mit Carla zu retten. Er hat mit Freunden einen Surf- und Camping-Ausflug organisiert, der an einen See führen soll, der nur wenigen Eingeweihten bekannt ist. Die Fahrt steht von Anfang an unter einem Unstern. Carla hasst Camping, und Peter ist als Outdoor-Urlauber eher unerfahren. Schon die Fahrt zum See wird zum Abenteuer. Die Freunde lassen sich nicht blicken. Peter überfährt ein Känguru. Der Navigations-Computer lässt ihn ebenso wie das Handy im Stich. In der abgeschiedenen Zielgegend verfährt er sich. Die Nacht bricht herein, und die Spannungen zwischen den Eheleuten nehmen zu.

Der nächste Morgen scheint Erlösung zu bringen. Nur wenige Minuten jenseits des improvisierten Lagerplatzes lockt der gesuchte See. Die Landschaft ist traumhaft schön, und dank regelmäßiger Alkoholzufuhr beginnt Peter sich heimisch zu fühlen, während Carlas Unbehagen steigt. Zunächst nimmt nur sie seltsame Geräusche wahr, fühlt sich beobachtet und verfolgt. Für Peter wird dies zum Anlass, erst recht an dem Lager festzuhalten, obwohl sich die Freunde nicht blicken lassen. Erst als eine leichtfertig erschossene Seekuh ein unheimliches Eigenleben zu führen beginnt, wird auch Peter unruhig, zumal er auf einem Lagerplatz in der Nähe eine Tragödie entdeckt.

Weil Peter seinen im Busch verschwundenen Hund nicht zurücklassen will, flammt der Streit mit Carla wieder auf. Sie nimmt den Wagen und lässt ihn zurück, aber die Flucht aus der gespenstisch lebendig werdenden Wildnis will auch ihr nicht mehr gelingen …

Die Natur schlägt zurück … irgendwie

Der Mensch ist ein seltsam schizophrenes Wesen: Einerseits benutzt er diese Erde wie ein Papiertaschentuch, während er andererseits genau diesen Missbrauch bitter beklagt. Das kann wissenschaftlich begründet in klaren Worten geschehen, aber auch (film-) künstlerisch verbrämt werden. „Long Weekend“ geht von der Prämisse aus, dass besagte Erde nicht nur eine Art bewohntes Raumschiff, sondern auch ihr eigener Kapitän ist. Soll heißen: Die Natur präsentiert sich nicht als ökologisch verzahntes Funktionsgefüge, sondern bildet ein intelligentes Kollektivbewusstsein, dem Tiere und Pflanzen die Arme und Beine ersetzen.

Lassen wir die Frage, wieso sich diese ‚aktive‘ Natur ausgerechnet dort (und nur dort) manifestiert, wo Peter und Carla ihr Zelt aufschlagen, erst einmal außen vor. Verständlich ist jedenfalls, dass sie sauer ist: Zwar streiten unsere beiden Reisenden fast unentwegt, aber es bleibt ihnen genug Zeit für allerlei Umweltsünden. Mit einer achtlos aus dem Wagenfenster geworfenen Zigarettenkippe startet Peter einen verheerenden Waldbrand. Er und Carla verstreuen Abfälle; ihr Lager gleicht rasch einer Müllkippe. Carla liebt ihre Spraydose mit dem Insektengift. Peter ballert mit seinem Gewehr auf alles, was sich bewegt.

Die Gegenmaßnahmen kommen nur allmählich in Gang, was Peter und Carla (im Gegensatz zum Zuschauer) lange verborgen bleibt. Sie haben nicht nur ihren Müll, sondern auch ihren Streit mitgebracht und im Grunde keinen Blick für die traumhafte Umgebung. Ungeachtet dessen stellt sich die Natur reichlich dämlich an. Statt deutlich ihren Unwillen zu artikulieren, beschränkt sie sich auf kryptische Aktivitäten: Vorräte verrotten in Windeseile, Äste fallen von den Bäumen, nachts erklingen unheimliche Töne. Und jetzt muss die Frage doch gestellt werden: Wieso ist ausgerechnet dieser See eine Todesfalle? Probt die Natur hier erst einmal den Aufstand? Der Rest der Welt müllt jedenfalls fröhlich und unbestraft weiter.

Unheimlich unter die Nase gerieben

Vor Ort wird Mutter Natur allmählich deutlicher: Ein Adler attackiert Peter mit scharfen Krallen. Das bringt ihn ebenso wenig ins Grübeln wie sein Stolpern auf den Zeltplatz weiterer Unglücksraben, die ebenfalls dem fatalen Zauber des Sees erlegen sind. Sie haben ein schauerliches Ende gefunden, das Peter indes als menschliche Tragödie deutet. Was tatsächlich vorgeht, dämmert ihm erst, als ihm die Natur die schon erwähnte (und wie gesagt mausetote) Seekuh ins Lager robben lässt.

Da hat sich im Zuschauer bereits eine Menge Frustration angestaut. Was soll diese Geschichte eigentlich? Wir haben im Gegensatz zu Peter und Carla schnell bemerkt, was vorgeht. Wirklich rätselhaft ist ohnehin nicht, was sich Drehbuchautor Everett de Roche im Bund mit Regisseur Jamie Blanks hat einfallen lassen. Dem Duo schwebte offensichtlich ein Mystery-Thriller vor, wie er ihrem Landsmann Peter Weir gleich zweimal glückte – 1975 mit „Picnic at Hanging Rock“ (dt. „Picknick am Valentinstag“) und 1977 mit „The Last Wave“ (dt. „Die letzte Flut“). Genial hatte Weir Geschichten erzählt, die nicht seltsam zu sein behaupteten, sondern es tatsächlich waren. Die Unterwanderung der Realität und das Fremde blieben glaubhaft. Vor allem gelang Weir, was Blanks nur in Ansätzen umzusetzen vermag: Die australische Landschaft wird auf schwer zu bestimmende Weise lebendig, das Wunderschöne wirkt plötzlich fern und sogar bedrohlich. Dies funktionierte nur deshalb so perfekt, weil Weir sich auf die Kunst verstand, mit Andeutungen zu arbeiten, die der Zuschauer in seinem Kopf selbst deuten musste und mochte.

Diese Ambivalenz geht „Long Weekend“ ab. Blanks gelingen keine Rätsel, er reiht nur seltsame Ereignisse aneinander. Eine entsprechende, d. h. den phantastischen Aspekt widerspiegelnde Atmosphäre als verbindendes Element fehlt. Die nunmehr schon mehrfach zitierte (Zombie-) Seekuh ist da besonders kontraproduktiv.

Das Ende verrät Ratlosigkeit. Es soll einen ironischen Höhepunkt markieren und überraschen, ist jedoch so sehr Klischee, dass es höchstens aufgrund seiner Drastik verblüfft, nachdem Blanks bisher vergleichsweise subtil zu Werke ging.

Sachter Grusel in traumhafter Idylle

Obwohl er ihn wie gesagt nicht wirklich nutzt, vermag Blanks mit der Wahl des Drehortes zu punkten. „Long Weekend“ ist keine Studio-Produktion, sondern entstand unter freiem Himmel und in einem wirklich grandiosen Globus-Winkel: „Wilsons Promontory National Park“ liegt auf einer Halbinsel an der Südspitze des australischen Bundesstaates Victoria (www.parkweb.vic.gov.au). Den Kontrast zwischen unberührter Landschaftsschönheit und dem gleichgültigen Missbrauch durch den Menschen – hier symbolisiert durch Peter und Carla – vermag Blanks immerhin gut herauszuarbeiten.

Das war Colin Eggleston im ersten „Long-Weekend“-Film 1978 ebenfalls gelungen. Überhaupt hat Blanks dem Plot wenig Neues beizufügen. Bis ins Detail übernimmt er manche Szenen. Wieso dann überhaupt ein Remake? Die vor drei Jahrzehnten noch frische Mahn-Botschaft wirkt heute ohnehin etwas abgestanden.

Kammerspiel vor Landschafts-Kulisse

„Long Weekend“ ist ein Zwei-Personen-Stück. Die Wahl der ‚richtigen‘, d. h. in ihren Rollen überzeugenden Schauspielern war deshalb besonders wichtig. Mit James Caviezel und Claudia Carvan verpflichtete Regisseur Blanks keine Stars, sondern Schauspieler, die in zahlreichen Rollen ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis gestellt haben.

Die Rechnung ging auf, denn Caviezel und Carvan verschmelzen glaubwürdig mit ihren Rollen. Das ist wichtig, denn es lenkt von der Frage ab, inwieweit oder ob überhaupt der Streit der Eheleute relevant für das eigentliche Geschehen ist. Der Ablenkungs-Faktor wurde schon angesprochen, aber ansonsten ist es prinzipiell gleichgültig, ob Peter und Carla sich hassen oder lieben – der Zorn der Natur erwartet sie ebenso voreingenommen wie die Insassen des VW-Busses, die ebenfalls das Pech hatten, den ‚geheimen‘ See zu finden.

Die eindrucksvollen Schauwerte dieses Films, seine handwerkliche Brillanz – er ist eindeutig für die große Leinwand gedreht – und die gute Besetzung fallen unterm Strich positiv auf. Das reicht aber nicht für ein denkwürdiges Filmereignis. „Long Weekend“ ist gut gemacht und gut gemeint. Die ökologische Botschaft wird nicht nach Gutmenschen-Art aufdringlich, jedoch trotzdem mit Pauken- und Trompetenschall verkündet. Nur Peter und Carla sind dem taub gegenüber. Das Publikum begreift und beginnt sich sacht zu langweilen, als es begreift, dass Mutter Natur & Jamie Blanks uns mehr nicht zu sagen haben.

DVD-Features

Karg sind die Extras zum Hauptfilm ausgefallen, doch erfreulicherweise stellen Audiokommentar und vor allem die „Produktionsnotizen“ keine verlängerten Krakenarme der Werbung dar. Vor allem Regisseur Blanks hat viel zu seinem Werk zu sagen. Was genau, ist freilich schwer nachzuvollziehen: Aufgrund des unerhört ausgeprägten Akzentes könnten Blanks und seine australischen Mitarbeiter auch Mandarin oder Marsianisch sprechen. Englischkenntnisse sind hier nur bedingt hilfreich, und untertitelt wurden die Features leider nicht.

Deshalb muss man sich oft zusammenreimen, was in den „Produktionsnotizen“ gezeigt wird. Schade, denn dieser vierzigminütige Beitrag wurde ungewöhnlich sorgfältig als echter Informationsträger erstellt. Es gibt keine Interviews, in denen die Beteiligten einander über den grünen Klee loben (und lügen). Stattdessen werden in chronologischer Reihenfolge wichtige Sequenzen der Dreharbeiten vorgestellt und vom Regisseur kommentiert. (Ein Kapitel widmet sich speziell der unsäglichen Seekuh.)

[md]

Titel bei Amazon.de:
Long Weekend
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xxxHolic und Tsubasa Reservoir Chronicle (Fanbuch-Edition)

Erstellt von Redaktion am 4. August 2009

Tsutomu Mizushima, Hiroshi Morioka, Koichi Mashimo
Chronicle (Fanbuch-Edition)

xxxHolic und Tsubasa Kuronikuru, Kinofilm-Double Feature, Japan, 2006
Nach den gleichnamigen Mangaserien von Clamp, EMA, Köln
Anime Virtual/AV Visionen, Berlin, 23.4.2007
2 DVDs, Disc-Set in Amaray-Case mit xxxholic Fanbook in Box, Anime, Fantasy, Mystery, Action, Lauflänge: ca. 60 + 35 Min., gesehen 11/2008 für ca. EUR 40.00
Altersfreigabe/FSK: 12
Bildformat: 16:9, PAL; Regionalcode RC 2
Tonformat: Jap. DD 2.0, Dt. DD 2.0, Fr. DD 2.0
Untertitel: Deutsch, Französisch, Polnisch, Holländisch, Schwedisch
Extras:116-seitiges, vollfarbiges Fanbook (Softcover)
www.anime-virtual.de
www.clamp-net.com/

Zu den im Ausland bekannten und beliebten Mangaka gehören die Zeichnerinnen der Gruppe Clamp. Inzwischen sind auch in Deutschland sehr viele ihrer Serien erschienen, auch die gerade aktuell in Japan laufenden Reihen „Tsubasa Reservoir Chronicle“ und „xxxholic“. Die Mangas erscheinen hier bei Egmont Manga & Anime.

Obwohl beide noch nicht abgeschlossen sind, wurden sie bereits in Anime-Serien für das japanische Fernsehen umgesetzt, ja, es gelangte sogar ein Double Feature mit zwei aufwendig produzierten Episoden ins Kino. Diese liegen nun auch in Deutschland auf DVD vor. Nach der „Limited Edition“ mit einer Bonus-DVD ist nun die „Fanbuch“-Edition erschienen, die neben den beiden Film-DVDs ein sehr dickes und vollfarbiges Booklet enthält.

„xxxholic“ erzählt den Auftakt der Geschichte um Kimihiro Watanuki und die Hexe der Zeit. Der Oberstufenschüler sucht die Hilfe der geheimnisvollen Wahrsagerin und Esoterikerin Yuuki, weil er nicht mehr ein noch aus weiß. Er kann die Geister um sich herum nicht nur sehen, sie reagieren leider auch auf ihn, und das ist sehr oft ungenehm. Und in der letzten Zeit hat sich dieser Zustand noch verschlimmert.

Die geheimnisvolle Frau erfüllt ihm den Wunsch, sie nicht mehr sehen und ertragen zu müssen, fordert aber auch eine Gegenleistung. Von nun an muss Watanuki den Haushalt für sie führen, kochen, putzen, waschen und bedienen, bis seine Schuld bei ihr abgearbeitet ist. Hin und wieder ist er auch ihr Botenjunge oder muss sie begleiten, so wie bei einer Auktion in einer geheimnisvollen alten Villa. Der junge Mann spürt sehr schnell, dass dort etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und sie alle in große Gefahr geraten.

Um seine Geliebte Sakura zu retten, die ohne ihre Erinnerungen über kurz oder lang sterben wird, lässt sich der junge Shaolan auf einen Handel mit Yuuki ein. Sie gibt ihm die Möglichkeit, durch die Welten zu reisen und die Federn wieder zu finden, in die sich die Erinnerungen der Prinzessin verwandelt haben. Auch Gefährten, die ihn unterstützen, gesellen sich an seine Seite. Aber der Preis, den er dafür zahlen muss, wird sehr hoch sein – Sakura wird alles, was ihn betrifft, vergessen. Und auch die Jagd nach den Federn gestaltet sich nicht immer einfach, denn diejenigen, die sie gefunden haben, wissen um ihre Macht und geben sie nicht einfach her…

Während der „Tsubasa Chronicle“-Film quasi nur eine Einführung ist, was bei einer Lauflänge von ca. 35 Min. nicht sehr wundert, bekommt man bei dem doppelt so langen zu „xxxholic“ doch einiges mehr geboten. Man erfährt nicht nur, wie Watanuki zu Yuuki kam und welche Bedeutung sein Schulkamerad Domeki für ihn hat, sondern bekommt auch ein grusliges Abenteuer in der alten Villa geliefert.

Das mag daran liegen, dass zu diesem Zeitpunkt bereits die erste Staffel der „Tsubasa Reservoir Chronicle“-Fernsehserie gelaufen war, die von „xxxholic“ aber gerade erst in den Startlöchern stand. Die enge Verbindung zwischen den Serien wird durch kleine Cameo-Auftritte der jeweils anderen Figuren deutlich, und wenn man sich bisher noch nicht dazu überwinden konnte, sich die Boxen der Fernsehserien zuzulegen, kann man durch die Filme einen ersten Eindruck gewinnen und heraus finden, ob Thema und Stil der Serie etwas für einen sind. Denn während „Tsubasa Reservoir Chronicle“ sich eher dem actionreichen Abenteuer mit einer guten Mischung aus Drama und Humor zuwendet, ist „xxxholic“ düstere Dark Fantasy voller böser Anspielungen und mit vielen Geheimnissen, aber wenigen Kämpfen.

Auf jeden Fall bleiben beide Filme dem Motto der Gruppe Clamp treu: Nichts ist so, wie es scheint, es ist weder einfach noch durchschaubar. Oft helfen den Protagonisten nur der gesunde Menschenverstand und ein gerütteltes Maß an Misstrauen, um zu überleben.

Die Qualität der Filme ist naturgemäß höher, da sie für die Leinwand und nicht nur den kleinen Fernsehbildschirm gefertigt wurden – aber man hat den Stil der Serien bewahrt. Während die Figuren von „Tsubasa Chronicle“ rund, weich und ein wenig niedlich sind, dominieren in „xxxholic“ kantige und sehr lang gestreckte Körper, aber auch detailreich, verschnörkelte Details im Hintergrund.

Ein besonderes Schmankerl ist natürlich das Fanbook, das all die Informationen enthält, die man in den Boxen von „xxxholic“ so schmerzlich vermisst. Die Hauptpersonen werden ausführlich vorgestellt, ebenso wie die wichtigsten Handlungsorte. Man erfährt etwas mehr über die Bedeutung, die Marotten und die Macht von Yuuki in beiden Serien, denn die Hexe der Zeit ist eine nicht unbedingt sehr einfache Persönlichkeit.

Das macht die „xxxHolic und Tsubasa Reservoir Chronicle (Fanbuch-Edition)“ durchaus zu einer überlegenswerten Erwerbung, sowohl für die Fans, die sich bereits die Fernsehserien zugelegt haben, als auch diejenigen, die sich erst einmal einen Überblick verschaffen wollen. Beide werden mit spannenden Filmen, interessanten Informationen und einer liebevoll aufgemachten Box belohnt (CS)

Bei Amazon.de
XXXHolic / Tsubasa Chronicle (Fanbuch Edition)

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Tsubasa Reservoir Chronicle, Box 3 (von 3)

Erstellt von Detlef Hedderich am 12. Juni 2009

Tsubasa Reservoir Chronicle, Box 3 (von 3)
Regie: Kôichi Mashimo

Tsubasa Kuronikuro, Episoden 19 - 26, Japan, 2005
Vorlage: gleichnamige Manga-Serie „Tsubasa Reservoir Chronicle“ von Clamp, erscheint bei EMA, Köln
Anime Virtual/AV Visionen, Berlin, 29.10.2007
2 DVDs im Disc-Set auf Displays in aufklappbarer Pappbox im offenen Schuber, Anime, Fantasy, Laufzeit: ca. 200 Min. (8 Episoden à 25 Min.), gesehen 2/09 für ca. EUR 50.-
Extras: 36-seitiges vollfarbiges Hardcover-Booklet
Altersfreigabe/FSK: 12
Bildformat: 4:3, PAL; Regionalcode RC 2
Sprachen/Tonformat: Japanisch, Deutsch, Französisch (DD 2.0)
Untertitel: Deutsch, Französisch, Polnisch
Dialogbuch: Hiroyuki Kawasaki, Künstlerische Leitung: Shin Watanabe
Musik: Yuki Kajiura

www.anime-virtual.de
www.clamp-net.com/
http://www3.nhk.or.jp/anime/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/works/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/tsubasa_tokyo/
http://kc.kodansha.co.jp/tsubaholi/
http://funimation.com/yuko/

Obwohl sie noch nicht abgeschlossen ist, wurde die Manga-Serie „Tsubasa Reservoir Chronicle“. bereits im Jahr 2005 in eine 26-teilige Fernsehserie umgesetzt, zu der es mittlerweile auch eine zweite und dritte Staffel gibt.

In Deutschland erscheint die erste Staffel in drei edel gestalteten Boxen. Jeweils zwei DVDs stecken auf einem aufklappbaren Display. Dazu kommt ein vollfarbiges Hardcover-Booklet, in dem man Informationen zu den Ländern und Figuren erhält, die in den entsprechenden Folgen auftreten. Das dritte Set enthält die abschließenden Folgen19 - 26.

Die Liebe zwischen der jungen Prinzessin Sakura und dem heimatlosen Shaolan hat ein schreckliches Unglück heraufbeschworen. Das Mädchen ist in eine tiefe Ohnmacht versunken, als die Federn ihrer Erinnerung in alle Himmelsrichtungen zerstoben und in den Dimensionen verschwanden.

Auch wenn er dafür das Wertvollste, was er besitzt, opfern muss – nämlich seine Liebe –, beschließt Shaolan, die Erinnerungen wieder zurück zu holen und Sakura zu heilen. So beginnt eine Odyssee durch die Dimensionen. Die Hexe Yuki, die ihm den Weg gewiesen hat, hat auch zwei Begleiter an seine Seite gestellt: den geheimnisvollen Magier Fye und den kriegerischen Kurogane. Das Wesen Mokona ist in der Lage, sie alle von einer Welt in die andere zu versetzen.

Diesmal verschlägt es sie in das Land Outo, das an das Japan der frühen 1920er Jahre erinnert. Da sie noch nicht wissen, wo sie suchen sollen und irgendwie ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, beschließt Fye, ein Café zu eröffnen, in dem Sakura aushilft, während sich Shaolan und Kurogane als Dämonenjäger verpflichten.
Denn hier sind die Oni Wirklichkeit und streifen auf der Suche nach Opfern nachts durch die Straßen. Die Jäger sind die Einzigen, die Monster und Schattenkreaturen wirklich in Schach halten können.

Doch das ist in der letzten Zeit schwieriger geworden, denn angeblich sei eine neue Art von Oni aufgetaucht, die nicht nur mächtiger ist, sondern sich auch besser tarnen kann. Und jemand scheint die Dämonen zudem zu lenken, da ihre Angriffe Ziel gerichteter geworden sind.

Bei ihren Nachforschungen kommen ihnen immer wieder die Jäger Yuzuriha, Kusanagi, Ryuou und Soma in die Quere. Aber noch gefährlicher wird der geheimnisvolle Seishiro, der Shaolan zu kennen scheint.

Anders als in früheren Serien erbeuten die Helden nicht in einer oder zwei Episoden eine Feder; die Handlung erstreckt sich über mehrere Folgen, und bisher war die Suche nach den Erinnerungen Sakuras jedes Mal anders.

Nicht immer ist das Offensichtliche die Lösung und der Gegner leicht zu besiegen – das zeigt sich kurz vor Schluss, als die Erlebnisse plötzlich durch einen so unerwarteten wie verwirrenden Weltenwechsel relativiert werden. Interessant dabei ist, dass man immer wieder auch eigene Geschichten und Welten einbaut und sich nicht nur an die Themen des Mangas hält.

Das eigentliche Anliegen von Clamp – Figuren aus ihren früheren Erfolgsreihen auftauchen zu lassen -, tritt etwas in den Hintergrund. Bis auf die Hauptfiguren – Sakura und Shaolan stammen zum Beispiel aus „Card Captor Sakura“ - gibt es kaum noch Reminiszenzen an die alten Geschichten. Das kommt der Serie sehr zugute, denn auch als Zuschauer, der sonst nichts weiter von den Künstlerinnen kennt, kann man die Serie genießen.

Immerhin findet sie in der letzten Folge einen versöhnlichen Abschluss, der bis auf die Gewissheit, dass die Suche weiter gehen wird und jemand im Hintergrund noch immer die Fäden zieht, keine weiteren Fragen offen lässt.

Obwohl sich der Stil von Clamp in den letzten Jahren stark verändert hat, so ist man in der Fernsehserie stilistisch einen Mittelweg gegangen und hat eine Brücke von den alten zu den neuen Figuren geschlagen.

Heraus kommt eine unterhaltsame Mischung aus Abenteuer, Romantik, Fantasy und Action, die auch ältere Zuschauer in ihren Bann ziehen kann, da die Geschichte komplexer und interessanter gestaltet ist, als man im ersten Moment denken mag, und die Atmosphäre der Geschichte einfach stimmt.

Genauso gefallen die lebendige Animation, der Detailreichtum der Bilder und die schön gestalteten Figuren. Die Farben sind harmonisch, das Bild klar und die Geräusche und Musik neben den Stimmen sehr gut verständlich. Die Extras sind durch das liebevoll gestaltete Booklet zufrieden stellend, auch wenn man sich vielleicht noch mehr Hintergrundinformationen und eine Episodenübersicht wünschen könnte.
Mit der dritten Box endet die erste Staffel von „Tsubasa Reservoir Chronicle“, einer Fantasy-Serie, die durch ihre gelungene Mischung aus Action, Humor und Romantik junge wie ältere Zuschauer in den Bann schlagen dürfte und Lust auf mehr macht. (CS)

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Tsubasa Chronicle, Vol. 03 - Episoden 19-26 (2 DVDs)

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Tsubasa Reservoir Chronicle, Box 2 (von 3)

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. Mai 2009

Kôichi Mashimo
Tsubasa Reservoir Chronicle, Box 2 (von 3)

Tsubasa Kuronikuro, Episoden 9 - 18, Japan, 2005
Vorlage: gleichnamige Manga-Serie „Tsubasa Reservoir Chronicle“ von Clamp, erscheint bei EMA, Köln
Anime Virtual/AV Visionen, Berlin, 29.10.2007
2 DVDs im Disc-Set auf Displays in aufklappbarer Pappbox im offenen Schuber, Anime, Fantasy, Laufzeit: ca. 225 Min. (9 Episoden à 25 Min.), gesehen 2/09 für ca. EUR 50.-
Extras: 36-seitiges vollfarbiges Hardcover-Booklet
Altersfreigabe/FSK: 12
Bildformat: 4:3, PAL; Regionalcode RC 2
Sprachen/Tonformat: Japanisch, Deutsch, Französisch (DD 2.0)
Untertitel: Deutsch, Französisch, Polnisch
Dialogbuch: Hiroyuki Kawasaki, Künstlerische Leitung: Shin Watanabe
Musik: Yuki Kajiura

www.anime-virtual.de
www.clamp-net.com/
http://www3.nhk.or.jp/anime/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/works/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/tsubasa_tokyo/
http://kc.kodansha.co.jp/tsubaholi/
http://funimation.com/yuko/

Zum fünfzehnten Jahrestag ihres Bestehens beschloss die Künstlergruppe Clamp eine Serie zu gestalten, in der sie möglichst viele ihrer bisherigen Welten und Figuren auftauchen lassen wollten. So entstand die Idee zu der Manga-Serie „Tsubasa Reservoir Chronicle“. Bereits die ersten Teile der Geschichte wurden im Jahr 2005 zur Grundlage einer erfolgreichen 26-teiligen Fernsehserie, die im Jahr 2007 mit einer zweiten Staffel fortgesetzt wurde.

Anime Virtual gibt die erste Staffel der Serie nun in drei edel gestalteten Boxen heraus. Jeweils zwei DVDs mit 8 - 9 Folgen stecken auf einem aufklappbaren Display. Dazu kommt ein vollfarbiges Hardcover-Booklet, in dem man Informationen zu den Ländern und Figuren erhält, die in den entsprechenden Folgen auftreten. Das zweite Set umfasst nun die Folgen 10 - 18.

Im Land Clow entwickelt sich eine verbotene Liebe zwischen der jungen Prinzessin Sakura und Shaolan, dem Adoptiv-Sohn eines Archäologen. Doch dann verändert ein schreckliches Unglück alles. Gerade als das junge Mädchen ihrem Geliebten klar machen will, wie sehr sie für ihn fühlt, beginnt sie, sich zu verwandeln. Die Federn ihrer Flügel zerstieben in alle Himmelsrichtungen und verschwinden. Zurück bleibt nur die in Ohnmacht gefallene Prinzessin. Um ihr zu helfen, lässt sich Shaolan auf einen Handel mit der Hexe Yuki ein. Er opfert das, was ihm am meisten bedeutet, damit Sakura wieder gesund wird – seine Liebe.

Da die verschwundenen Federn einen Teil der Erinnerungen der Prinzessin und damit auch ihre Persönlichkeit bargen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als diese nach und nach wieder zu finden. Doch dazu muss er sich auf eine gefährliche Reise durch die Dimensionen begeben.

Begleitet von dem Magier Fye und dem Krieger Kurogane beginnt Shaolan seine lange Odyssee. Kaum ist das erste Abenteuer überstanden, erweist sich das zweite beinahe als Todesfalle. Denn der Feudalherr, der Sakuras Feder in dieser Welt an sich gebracht hat, kann mit der ihr innewohnenden Magie einen ganzen Landstrich so unter seine Kontrolle bringen und abschirmen, dass niemand von außen zu helfen vermag.

Doch die Helden erklären sich dazu bereit, den schweren Aufstieg zur Festung auf sich zu nehmen und in die mit magischen Fallen ausgestattete Burg einzudringen. Dort lauert ein Gegner, mit dem sie nicht gerechnet haben.

Nach einer kurzen Ruhepause in einer ebenso friedlichen wie geheimnisvollen Dimension, die kleine Wunder für die, die sie sehen wollen, bereit hält, gelangen Sakura, Shaolan, Fye und Kurogane in eine Welt, die an die Erde des 18. Jahrhunderts erinnert.

Dort erzählt man sich die Legende von einer Prinzessin, die eines Tages eine magische Feder fand und damit nur Gutes tun wollte. Allerdings schien genau das Gegenteil einzutreten, denn nicht nur ihre Eltern starben, sondern alle Kinder des nahe gelegenen Dorfes verschwanden. Das ist auch jetzt wieder der Fall, und so stehen die vier Helden vor verschlossenen Türen, als sie die kleine Siedlung erreichen. Da sie Fremde sind, traut man ihnen alles zu.

Nur der Arzt des Dorfes ist offen und freundlich genug, um ihnen beizustehen. Doch kann er ihnen auch helfen, das Rätsel zu lösen?

Sakura und Shaolan sind Figuren, die bereits in „Card Captor Sakura“ die Hauptrollen innehatten. Damals wie heute müssen sie Verlorenes wieder finden, auch wenn es diesmal keine Tarot-Karten sondern Federn sind. Interessanterweise tauchen diesmal auch eigens für den Anime geschaffene Figuren auf, die so noch nicht in Mangas von Clamp erschienen sind. Vermutlich hat man nichts Passendes gefunden, was in die Handlung hätte integriert werden können, oder aber man hat gemerkt, dass es den Zuschauern weniger wichtig ist, alte Figuren wieder zu sehen, als eine gute und spannende Geschichte genießen zu dürfen.

Wenngleich sich der Zeichenstil von Clamp verändert hat, so hat man bei der Fernsehserie doch dafür gesorgt, stilistisch einen Mittelweg zu gehen und eine Brücke von den alten zu den neuen Figuren zu schlagen. Auch haben die heutigen Helden und Schurken nur noch Grundzüge mit den Originalfiguren gemein.

Es kommt den Folgen zu Gute, dass man darauf verzichtet hat, all zu viele Anspielungen und Hinweise einzuarbeiten, so können selbst diejenigen, die kaum etwas von Clamp kennen, der Serie problemlos folgen und werden so vielleicht auch neugierig auf die Geschichten.

Alles ordnet sich der eigentlichen Geschichte unter, die in dieser Box sehr abwechslungsreiche Haken schlägt. Von handfesten Samurai-Ninja-Abentgeuern wechselt man nun zu einer düsteren Schauergeschichte, die manche Überraschungen bietet, die man so nicht erwartet hat. Nicht immer ist das Offensichtliche auch die richtige Antwort.

Mehr als früher schält sich auch heraus, dass die Quest noch einen anderen Zweck verfolgt. Ganz offensichtlich beobachtet jemand außerhalb der Dimensionen die Suche. Auch wenn die Helden davon erfahren, so ist ihnen klar, dass sie keine andere Wahl haben, als ihre Quest fortzusetzen – allein um Sakuras Seelenheil willen.

So entsteht eine angenehmbunte Mischung aus Abenteuer, Romantik, Fantasy und Action, die auch ältere Zuschauer in ihren Bann schlagen kann, da sich im Hintergrund eine komplexere Geschichte entwickelt, als man denkt.

Ebenso wissen die Animation, der Detailreichtum der Bilder und die schön gestalteten Figuren zu gefallen. Die Farben sind harmonisch, das Bild ist klar und der Ton gut verständlich. Die Extras sind durch das liebevoll gestaltete Booklet zufrieden stellend.

Die zweite Box von „Tsubasa Reservoir Chronicle“ bietet die ebenso spannende wie komplexe Fortführung einer gelungenen Fantasy-Serie, die durch ihre ausgewogene Mischung aus Action, Humor und Romantik zu gefallen weiß. (CS)

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Tsubasa Chronicle, Vol. 02 (2 DVDs)

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Blood Ties, Staffel 1

Erstellt von Detlef Hedderich am 16. April 2009

James Dunnison, James Head, David Winning, Allan Kroeker, Andy Mikita
Blood Ties, Staffel 1

Blood Ties, USA, 2006
22-teilige Fernsehserie frei nach den „Blood Ties“-Romanen von Tanya Huff/Idee: Peter Mohan, Tanya Huff
Euro Video, Ismaning, 12.02.2009
3 DVDs, Mystery, Fantasy, EAN 4009750206423, Laufzeit: insgesamt ca. 473 Min. (11 Folgen à ca. 43 Min.), gesehen 2/09 für ca. EUR 20.-
Ausstattung & Extras: unbekannt, da nur Pressemuster vorlag
Altersfreigabe/FSK: 16
Bildformat:16:9 anamorph, PAL, RC=2
Sprachen/Tonformat: Deutsch, Englisch (DD 2.0)
Darsteller: Christina Cox, Dylan Neal, Kyle Schmidt, Gina Holden u. a.
Komponist: James Jandrisch

www.eurovideo.de
www.tanyahuff.net
www.bloodties.de
www.bloodtiescentral.com
www.rtl2.de/20880.html

Im Zuge der Vampir-Begeisterung entstand 2006 eine weitere Fernsehserie, die ab März 2007 in zwei Staffeln mit je elf Folgen ausgestrahlt wurde: „Blood Ties“ basiert der fünfteiligen Buchreihe von Tanya Huff, die etwa ein Jahrzehnt früher – als es noch keinen Blutsauger-Hype gab - auf den Markt kamen.

Leider erreichte die Serie nicht die Popularität, die gereicht hätte, um sie mit weiteren Staffeln fortzusetzen, so dass sie bereits nach der 22. Folge eingestellt wurde. Obwohl RTL 2 die Rechte für die Serie schon früh erwarb, wurde die Serie erst ab Herbst 2008 ausgestrahlt – leider zu einem ungünstigen Zeitpunkt, so dass sie wegen sinkender Zuschauerzahlen schließlich gänzlich im Nachtprogramm verschwand.

Während es im Ausland schon länger eine Komplettbox mit beiden Staffeln gibt, erscheint nun erstmalig auch in Deutschland die erste Staffel der Serie mit den Folgen 1 – 11; im April wird vermutlich die zweite mit den Folgen 12 - 21 heraus kommen.

In „Blood Ties“ dreht sich alles um die Privatdetektivin Vicky Nelson (Christina Cox), die nach ihrer Entlassung aus dem Polizeidienst langweilige Fälle von Versicherungsdiebstahl und Ehebruch aufzuklären hat. Aber sie beklagt sich nicht, da ihr das genug Geld verschafft, um ihr Leben zu gestalten.

Als sie eines Abends auf den Straßen von Toronto unterwegs ist, beobachtet sie einen seltsamen Mord. Aus alter Gewohnheit versucht sie, den Mörder aufzuhalten – der aber flieht vor ihr durch eine Wand. Vicky ist irritiert, wird jedoch erst einmal von ihrem ehemaligen Partner Mike Celucci (Dylan Neal) abgelenkt, der ihr nicht so recht abnehmen will, was sie gesehen hat. Denn wie jeder andere bei der Polizei kennt er die Gründe für Vickis Entlassung. Immerhin leidet sie an Retinopathia pigmentosa, einer Krankheit, durch sie langsam aber sicher erblinden wird.

Weil sie von ihm auch noch erfährt, dass dies nicht der erste Tote dieser Art ist, sondern bereits andere Menschen auf ähnliche Weise umkamen, wird sie hellhörig, als am nächsten Tag eine Studentin namens Coreen Fennel (Gina Holden) zu ihr kommt und sie bittet, den Mord an ihrem Freund aufzuklären. Vicky beschließt, sich weiter mit all dem zu beschäftigen, auch wenn sie zu pragmatisch denkt, um wie ihre Klientin an übernatürliche Einmischung zu glauben.

Dabei merkt sie schon bald, dass sie nicht die Einzige ist, die nach dem Serienkiller sucht, der seine Opfer wie ein Vampir blutleer zurück lässt. Doch sie bekommt den Unbekannten nicht zu fassen. Das ändert sich erst, als er ihr das Leben rettet und sich zwischen sie und den wahren Mörder stellt.

Und mit ihm beginnt Vickys vorheriges Weltbild zu wanken. Sie muss akzeptieren, dass es Dinge gibt, die sich nicht mit Wissenschaft, Logik oder zumindest dem gesunden Menschenverstand erklären lassen, denn Henry Fitzroy (Kyle Schmidt) ist der lebende Beweis für das Übernatürliche: Als Vampir hat er die letzten fünfhundert Jahre überleben können. Geboren wurde er eigentlich im 16. Jahrhundert als illegitimer Sohn Heinrichs VIII. von England.

Da sie merkt, dass Henry, der sich in der heutigen Zeit als Comic-Zeichner durchschlägt, Interesse an ihrer Arbeit hat, entscheidet sie sich, mit ihm zusammen zu arbeiten. Schon bald entdecken sie den Zusammenhang zwischen den Morden und wissen, dass sie schnell handeln müssen.

Von nun an wird Vicky immer wieder mit Fällen konfrontiert, in denen das Übersinnliche eine Rolle spielt. So bekommt sie es schon bald mit rivalisierenden Voodoo-Priestern zu tun, müssen sich mit von Kindern heraufbeschworenen Rachegeistern, einem aus dem Grab wiedergekehrten Verbrecher, einem Incubus, einer Medusa und sogar einem Wendigo herum schlagen. Dabei erhält sie Unterstützung von Coreen Fennel, die von nun an stundenweise als Hilfskraft in der Detektei arbeitet und durch ihr Interesse am Okkulten genau weiß, wo sie suchen muss. Aber auch Henry steht ihr immer wieder bei und wird dadurch quasi zu ihrem Partner.

Mike Celucci beobachtet das alles mit großem Argwohn, denn es behagt ihm gar nicht, dass seine frühere Partnerin sich plötzlich wieder mit Dingen beschäftigt, die eigentlich nur die Polizei etwas angehen und dabei immer wieder in Lebensgefahr gerät. Er gibt ihrem neuen Begleiter Henry Fitzroy, dem er von Anfang an nicht über den Weg traut, die Schuld. Und als er schließlich herausfindet, was sein Rivale eigentlich ist, kommt es fast zu einer Katastrophe.

Vicky indessen ist hin und her gerissen zwischen ihrem Mike, den sie trotz der ganzen Streiterei doch irgendwie mag, und ihrem neuen Partner, der gleichermaßen faszinierend wie gefährlich ist.

Anders als „Moonlight“, wo die Romanze zwischen Mick und Beth einen größeren Raum einnahm und gleichberechtigt zu den Fällen stand, sind die Beziehungsprobleme der Helden in „Blood Ties“ eher nur eine zusätzliche Würze, die ein wenig mehr Spannung und Humor in die Folgen bringt. Im Vordergrund stehen eigentlich die Fälle, die sich mit vollen Händen aus dem reichhaltigen Schatz der Phantastik bedienen und hier als wirklich existent angesehen werden. Das macht die Serie auch für den Genre-Fan sehr interessant.

So vollführt der Gegenspieler in den ersten beiden Folgen ein satanisches Ritual, das das Böse in der Welt freisetzen soll. Dann kommt die indianische Mythologie zum Tragen, als sie einen Wendigo stellen müssen, und die keltische Tradition, als sie in einer Klinik für künstliche Befruchtung einen Schwarzelfen aufspüren. Und schließlich haben sie sich auch noch in der einzigen Folge, für die Tanya Huff selbst das Drehbuch beigesteuert hat, gegen eine Medusa durchzusetzen, die ihre Liebhaber nach und nach in Statuen verwandelt und damit ihre Wohnung schmückt.
Leider ist kein Mann gegen ihren Charme gefeit, selbst Vampire und abgebrühte Polizisten nicht.

Die Geschichten sind zwar insgesamt sehr Action betont, lassen aber auch noch Raum für Interaktion zwischen den Charakteren. Besonders amüsant ist es in den ersten Folgen mit anzusehen, wie sich die Rivalität zwischen Mike und Henry steigert und die beiden sich immer wieder wie zwei Kater benehmen, die um eine rollige Katze herumstromern.

Vicky, die nicht versteht, was die beiden für Probleme miteinander haben, zeigt ihnen dann sehr deutlich, was sie von dem albernen Verhalten hält. Auch sonst ist sie ein eher wenig zartfühlender Charakter und offenbart nur selten ihren weichen Kern. Glücklicherweise wird diese bissige Rivalität zwischen den Männern nicht bis zum Erbrechen ausgereizt und entwickelt sich ebenso wie die Freundschaft zwischen der ehemaligen Polizistin und dem Vampir weiter.

So gibt es trotz der abgeschlossenen Fälle Entwicklungen, die sich neben der persönlichen Ebene auch am Verhalten der Charaktere und ihrem Umgang mit magischen Wesen und Dämonen abzeichnen. Sind Mike und Vicky zunächst noch zwei rational denkende Menschen, die das Übersinnliche für Humbug halten, akzeptieren sie schon bald, was sie erleben und machen sich das Wissen der anderen zu nutze. Gegen Ende der Staffel sind sie längst nicht mehr so geschockt, wenn sie es mit Magie zu tun bekommen.

Diejenigen, die die Bücher kennen, werden feststellen, dass sich nur die ersten beiden Folgen an die Romane anlehnen. Ansonsten wurden einige kleinere Details verändert und verschiedene Personen weg gelassen. So ist Henry in der Vorlage eigentlich Autor von Liebesromanen und bisexuell, was man auch an seiner Beziehung zu dem Straßenjungen Tony merkt, der aus diesem Grund vermutlich weg gelassen wurde.

Vielleicht mögen die Tricks nicht immer ganz ausgereift sein und das eine oder andere Monster ein wenig seltsam aussehen – inhaltlich lässt die Serie keine Wünsche offen. Die Geschichten werden in einer guten Mischung aus Action, Beziehungsdrama und Humor präsentiert, die Schauspieler fügen sich gut in ihre Rollen ein, und die derzeit beliebte Liebesgeschichte wird nicht überstrapaziert.

Wenn sich etwas zwischen Vicky und Henri entwickelt, dann nur langsam. Und der Charakter des Vampirs ist auch nicht gerade uninteressant, da der Königssohn durchaus noch Idealen aus der Vergangenheit folgt und eigentlich ein sehr gläubiger Christ ist.

Über die Ausstattung der Box kann nichts gesagt werden, da nur ein Pressemuster vorlag. Auf den DVDs selbst sind nur die Folgen und ein Trailer zu „Twilight“.

„Blood Ties“ ist eine der unterschätzten Serien. Sie bietet gerade für den Fan von Horror und Phantastik allgemein spannende und abwechslungsreiche Unterhaltung, da sich die Drehbuchautoren und Regisseure sehr viel Mühe gegeben haben, die Mystery-Elemente in ein modernes Krimi-Umfeld zu betten und Charaktere zu erschaffen, die man nicht unbedingt so schnell vergisst, weil sie nicht ganz den gängigen Klischees entsprechen. Wer nach einer ansprechenden Vampir-Serie sucht, die sich nicht nur um Liebe und Beziehungen dreht, sollte auf jeden Fall zugreifen. (CS)

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Blood Ties - Staffel 1 (3 DVDs, 11 Folgen)

Preisrätsel: 2 x je 1 DVD: Blood Ties, Staffel 1

Gewonnen haben Ingeborg Lösch und Sigmund Wedekind

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13 Geister

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. April 2009

13 Geister (DVD)

- Darsteller: Tony Shalhoub, F. Murray Abraham, Kathryn Anderson
- Regie: Steve Beck
- FSK: 16
- Musik: John C. Frizzell
- Buch: Neal Marshall Stevens, Richard D’Ovidio
- Label: Columbia TriStar
Zusatzinformationen:
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
• Bildformat: 1.85:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 87 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 20. August 2002
• Produktion: 2001
DVD Features:
• Verschiedene Trailer, Filmdokumentationen, Making Of
• Filmkommentar: Regisseur, Filmografien

In den späten Fünfzigern und frühen Sechzigern gab es einen einfallsreichen Regisseur und Produzenten namens William Castle. Er drehte 1960 das Original, auf dem dieses Remake basiert. Allerdings war er wesentlich subtiler und ideenreicher als die Macher dieses Teenhorrormovies. Zu den Machern zählt immerhin “Matrix”-Produzent Joel Silver.

Die Familie Kriticos wird schwer vom Schicksal gebeutelt: Bei einem verheerenden Brand geht der gesamte Besitz in Flammen auf. Obendrein kommt Mutter Jean im Feuer um. Der Familienvater Arthur (Shalhoub) ist zu Recht etwas gebrochen.

Da kommt die Nachricht von einer Erbschaft gerade recht: Ein entfernter Onkel Arthurs ist kürzlich unter mysteriösen Umständen gestorben und hinterlässt ihm ein prunkvolles Haus mit Wänden, die vollständig aus Glas sind. Voll Begeisterung zieht Arthur mit seinen Sprösslingen Kathy (Sh. Elizabeth) und Bobby (Roberts) mitsamt dessen Kindermädchen in das neue Heim.

Doch die Freude währt nur kurz. Die Wände verschieben sich und sind von mystischen Schriftzeichen bedeckt. Wer weiß, was das für Beschwörungen sein mögen. Im Innersten des Heims, das sich nun als Todesfalle erweist, steht ein sonderbarer Mechanismus, der Ähnlichkeit mit einer astronomischen Vorrichtung hat und rasch ein Eigenleben entwickelt.

Schnell kommt die arme Familie mitsamt ihrem Makler hinter das grausige Geheimnis des Anwesens. Onkel Cyril hatte nicht nur mehr als eine Leiche im Keller, sondern auch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Einer nach dem anderen tauchen 13 Geister auf, die einem von Cyrils Büchern entstammen. Und sie haben nichts Gutes im Sinn…

Dem Regisseur Steve Beck gelang einerseits ein spannungsgeladenes und effektreiches Remake des Castle-Horrorklassikers “Thirteen Ghosts” von 1960 - dazu bietet die DVD ein Feature.

Allerdings handelt es sich bei dem Film auch um plattes Effektekino, das subtilere Momente nicht zulässt. Hier folgt der Horror Schlag auf Schlag, so dass dem Zuschauer keine Atempause bleibt. Schon bald ergibt man sich betäubt der Materialschlacht auf dem Bildschirm und ist froh, wenn’s vorbei und 99 Prozent der Figuren tot sind.

Was sich zu einem kognitiven Rätsel à la “Alien” hätte entwickeln können, wurde den Interessen des Teen-Horror-Movies vom Schlage “Screams” geopfert. Nur dass hier noch mehr Typen herumlaufen, die aussehen wie Freddy Krueger nach einer Auseinandersetzung mit der “Königin der Verdammten”.

Der Effekte-Overkill bereitet der gar nicht so dummen Grundidee schon bald den Garaus. Dies dürfte auch dazu dienen, die mangelnde Logik der Handlung zu überdecken. Schon bald gehen einem die kreischenden Teens auf den Wecker. Onkel Cyril tritt als Reinkarnation des fabelhaften Vincent Price auf und enttäuscht auf der ganzen Linie.

Die DVD bietet lediglich Mittelmaß: eine knappes Making-of, Regisseurkommentar und Backgroundinfos zum Original des Remakes. Das ist etwas dürftig, könnte aber für Actionfans und Horrorfreaks gerade noch ausreichend sein.

(c) 2002 by Michael Matzer

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13 Geister
13 Geister [Blu-ray]

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Tsubasa Chronicle, Box 1 (von 3)

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. März 2009

Tsubasa Chronicle, Box 1 (von 3)

Regie: Kôichi Mashimo:
Tsubasa Kuronikuro, Episoden 1 - 9, Japan, 2005
Vorlage: gleichnamige Manga-Serie „Tsubasa Reservoir Chronicle“ von Clamp, erscheint bei EMA, Köln
Anime Virtual/AV Visionen, Berlin, 25.09.2006
2 DVDs im Disc-Set auf Displays in aufklappbarer Pappbox im offenen Schuber, Anime, Fantasy Lauflänge: ca. 225 Min. (9 Episoden à 25 Min.), gesehen 1/09 für ca. EUR 50.-
Extras: 36-seitiges vollfarbiges Hardcover-Booklet
Altersfreigabe/FSK: 12
Bildformat: 4:3, PAL; Regionalcode RC 2
Sprachen/Tonformat: Japanisch, Deutsch, Französisch (DD 2.0)
Untertitel: Deutsch, Französisch, Polnisch
Dialogbuch: Hiroyuki Kawasaki, Künstlerische Leitung: Shin Watanabe
Musik: Yuki Kajiura

www.anime-virtual.de
www.clamp-net.com/
http://www3.nhk.or.jp/anime/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/works/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/tsubasa_tokyo/
http://kc.kodansha.co.jp/tsubaholi/
http://funimation.com/yuko/

Die Künstlerinnengruppe Clamp gehört seit vielen Jahren zu den Stars der japanischen MangaSzene, da sie immer gewusst haben, wie mit der Zeit zu gehen ist, und mittlerweile können sie auf ein umfangreiches Gesamtwerk zurückblicken. So ist ihr Name schon allein der Garant für hohe Absatzzahlen, und das nicht nur im Manga-Bereich.

Zum fünfzehnten Jahrestag ihres Bestehens entschlossen sie sich, eine Serie zu gestalten, in der sie möglichst viele ihrer bisherigen Welten und Figuren auftauchen lassen wollten. Und was passte besser als eine Fantasy-Geschichte über eine Suche, die durch viele Länder und Dimensionen führt, um eine Prinzessin zu retten? So entstand die Idee zu „Tsubasa Reservoir Chronicle“, die schon bald in eine Comic-Geschichte umgesetzt wurde, die nur mit wenig Verzögerung auch in Deutschland veröffentlicht wird.

Und nicht nur das: Bereits die ersten Bände der inzwischen über zwanzig Taschenbücher umfassenden Manga-Serie wurden im Jahr 2005 zur Grundlage einer erfolgreichen 26-teiligen Fernsehserie, die im Jahr 2007 mit einer zweiten Staffel fortgesetzt wurde.

Anime Virtual gibt die erste Staffel der Serie nun in drei edel gestalteten Boxen heraus. Jeweils zwei DVDs mit 8 - 9 Folgen stecken auf einem aufklappbaren Display. Dazu kommt ein vollfarbiges Hardcover-Booklet, in dem man Informationen zu den Ländern und Figuren erhält, die in den entsprechenden Folgen auftreten und für die Helden eine wichtigere Rollen spielen.

Alles beginnt im geheimnisvollen Land Clow. Dort hat sich zwischen der jungen Prinzessin Sakura und Shaolan, dem Adoptiv-Sohn eines Archäologen, über Jahre hinweg eine tiefe und innige Freundschaft entwickelt, auch wenn es die Standesgrenzen verbieten, dass sie jemals enger zusammen kommen können. Aber das hat die beiden jungen Menschen bisher nicht gestört, da es nicht wichtig war.

Doch nun werden sie langsam erwachsen, und einiges beginnt, sich zwischen ihnen zu verändern. Nach dem Tode seines Vaters übernimmt der junge Mann die Aufsicht an den Ausgrabungen geheimnisvoller Ruinen und hat so noch weniger Gelegenheit, sich mit der jungen Prinzessin zu treffen.

Das ist Touya, dem neuen König des Landes, auch ganz recht, denn er traut Shaolan nicht und möchte auch nicht, dass sich seine Schwester überhaupt noch mit dem jungen Archäologen trifft. Das will Sakura aber nicht gelten lassen, denn sie ist sich mittlerweile darüber klar geworden, dass sie Shaolan über alles liebt.

Als sie ihm diese Wahrheit gestehen will, geschieht das Unfassbare: Plötzlich beginnt sie sich zu verwandeln. Aus ihren Schultern sprießen Flügel, und deren Federn fliegen in alle Richtungen davon. Als der Spuk vorbei ist, versinkt sie in eine tiefe Ohnmacht, aus der sie weder Medizin noch Magie noch Gebete an die Götter holen können.

Schon bald wird deutlich, dass sie durch diesen ungewöhnlichen Zauber ihr inneres Wesen, ihre Erinnerungen, verloren hat. Weil er sich für schuldig hält, beschließt Shaolan, zu einer Reise ins Ungewisse aufzubrechen und sie zu retten.

Dazu verlässt er das Land Clow durch ein magisches Tor und gelangt in das Japan unserer Tage. Dort erwartet ihn schon Yuki, die geheimnisvolle Hexe der Zeit und erklärt ihm, was geschehen ist. Sie bietet ihm für einen hohen Preis ihre Hilfe an. Er soll die Möglichkeit erhalten, die Federn der Erinnerungen wieder einzusammeln, aber dafür wird sich das Mädchen nie mehr an ihn und ihre gemeinsamen Gefühle erinnern.

Shaolan ist, ohne zu zögern, dazu bereit, den Preis zu zahlen. Damit er nicht ganz alleine ist, stellt ihm Yuki zwei ungewöhnliche Gefährten zur Seite. Der eine ist Kurogane, ein kampfeslustiger Ninja, der von seiner Herrin weggeschickt wird, um mehr über die wahren Formen von Stärke und Kraft zu lernen, der andere ist Fye, ein geheimnisvoller Magier, der die Zustände in seinem Heimatland nicht länger ertragen konnte. Das geheimnisvolle, aber niedliche Wesen Mokona öffnet den Gefährten die Wege in neue Dimensionen.

Schon die erste Welt - das Land Hanshin -, in die sie gelangen, hat es in sich. Nicht nur, dass Sakuras Feder der Erinnerung zwar zu spüren, aber nur schwer zu finden ist, sie bekommen es auch mit Straßenbanden zu tun und einer geheimnisvollen Gegnerin, die die innere Kraft ihrer Seele austesten will. Diese manifestiert sich in der Stärke ihrer persönlichen Schutzgeister.

Die Helden haben eine Menge Arbeit, um Sakura und sich selber nicht zwischen die Fronten geraten zu lassen, und können nur mit Mühe ihr eigentliches Ziel verfolgen. Und welche Rolle spielt dann auch noch der ungeschickte Masayoshi in dem ganzen Drama, der ihnen doch nur helfen möchte?

Wer die Mangas und darauf beruhenden Animes von Clamp kennt, wird sicherlich sehr schnell erkennen, dass Sakura und Shaolan bereits in „Card Captor Sakura“ die Hauptrollen inne hatten. Und damals wie heute sind sie die vom Schicksal Getriebenen, die diesmal nicht entflohene Tarot-Karten sondern magische Federn wieder finden müssen. Das bietet den idealen Auftakt für eine Quest, die sie in alle möglichen Welten führt und immer wieder in neue Abenteuer stürzt.

Interessanterweise sind die Figuren im Anime besser zu erkennen als im Manga. Auch wenn sich der Zeichenstil von Clamp verändert hat, so hat man bei der Fernsehserie doch dafür gesorgt, stilistisch einen Mittelweg zu gehen. Mit den früheren Figuren haben die jetzigen Helden allerdings wenig gemein; nur noch Grundzüge des ehemaligen Charakters sind übrig geblieben, der Rest passt sich der neuen Geschichte an. Das trifft auch auf die Nebenfiguren zu, die in den Folgen immer wieder auftreten und ähnlich gestaltet wurden.

Aber auch wenn man sonst nichts von Clamp kennt, hat man keine Probleme, der Serie zu folgen. Die Zitate sind eher verhalten und ordnen sich der eigentlichen Handlung unter, die dem klassischen Muster der Quest folgt, ansprechend und spannend umgesetzt ist. Da man sich mehrere Folgen Zeit für ein Land lässt, arten die einzelnen Geschichten nicht in reine Actionspektakel aus.

Es gibt auch viele ruhige Begegnungen, in denen man das Land und die Leute schrittweise näher kennen lernt und mit jeder Episode eine Facette, ein Mosaiksteinchen mehr erfährt, das zum Verständnis des Showdowns wichtig wird.

Natürlich müssen sich Shaolan, Fye und Kurogane auch immer wieder bewähren. Dabei lösen sie ihre Kämpfe aber immerhin meistens nicht mit Gewalt. Heraus kommt eine bunte Mischung aus Fantasy und Abenteuer, Romantik und Action, die sich alles in allem sehen lassen kann.

Die Umsetzung ist mehr als gelungen, Animation und Detailreichtum wissen zu gefallen, ebenso wie die Figuren. Die Farben sind harmonisch, das Bild ist klar und der Ton gut verständlich. Die Übersetzung ist auch sehr nahe am Original, so dass kein Wunsch offen bleibt. Die Extras kann man dank des liebevoll gestalteten Booklets zufrieden stellend nennen, wenn auch nicht überragend.

Mit der ersten Box von „Tsubasa Chronicle“ erhält man somit den Auftakt einer gelungenen Fantasy-Serie für Jung und Alt, die durch ihre Mischung aus Action, Humor und Romantik keinen Wunsch offen lässt. (CS)

Titel bei Amazon.de
Tsubasa Chronicle, Vol. 01 (2 DVDs)
Tsubasa Chronicle - 2. Staffel, Vol. 02 (2 DVDs)
Tsubasa Chronicle - 2. Staffel, Vol. 03 (2 DVDs)

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Dragon Hunters - Die Drachenjäger Vol. 1

Erstellt von Redaktion am 30. Januar 2009

FSK: ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: 115 Minuten

Regie: Francois Hemmen
Buch: Thomas Barichella, Arthur Qwak, François Hemmen

Produktion: Frankreich/Deutschland/China 2005
Produktionsfirmen: Futurikon
Produzent: Philippe Delarue

In der Zukunft der Menschheit ist nichts mehr wie es war …

… oder es könnte so sein. Die Erde wurde in unzählige Felsbrocken zerschlagen, die nun durch die Luft schweben. Die Menschheit fiel auf einen pseudomittelalterlichen Stand zurück und die seltsamsten Kreaturen bevölkern die neue Welt. Viele davon sind sogenannte Drachen, merkwürdige und oftmals hinterhältige Wesen, die gejagt und zur Strecke gebracht werden müssen.

Die beiden Freunde Gwizdo und Lian-Chu haben sich ganz der Drachenjagd verschrieben. Beide wuchsen in einem Waisenhaus auf und schlagen sich nun mehr schlecht als recht durchs Leben. Dabei ist Gwizdo ein von Geld besessener kleiner Kerl, während der Hüne Lian-Chu für die grobe Arbeit zuständig ist.

Beide sind bei der fülligen Jeanneline untergekommen, die ein Gasthaus besitzt und dort ihre kleine Tochter Zaza großzieht. Da Gwizdo und Lian-Chu bei ihr hoch verschuldet sind und eine feste Operationsbasis brauchen, sind sie dort Dauergäste.

Auf der Jagd werden sie von Hector begleitet, einem jungen, undeutlich sprechenden Drachen. Gemeinsam stellen sie in dieser französisch-chinesischen Zeichentrickserie den Monstern nach und erleben spannende Abenteuer.

Diese liefen bereits im Privatfernsehen auf Super RTL innerhalb der Toggo-Kinderreihe und sind nun auf DVD erschienen. „Dragon Hunters - Die Drachenjäger Vol. 1“ beinhaltet die ersten fünf Episoden und somit die Anfänge dieser erfolgreichen Serie, die in Frankreich Kult ist.

In „Die Drachenmutter“ arbeitet Lian-Chu seine Vergangenheit auf, als er sich nach einem Gedächtnisverlust einer Drachenmutter und ihren Jungen anschließt. Hector will dagegen „Leben wie ein Drache“, doch er muss erkennen, dass Gwizdo und Lian-Chu das Beste ist, was er bekommen kann. Sein Versuch sich einem Exemplar seiner Art anzuschließen, endet jedenfalls katastrophal.

Jeannelines älteste Tochter ist verschwunden. In „Auf der Suche nach Zoria“ spüren die Drachenjäger ihr nach, immerhin war sie Lian-Chus Schülerin und der Kämpfer fühlt sich verantwortlich. In „Rogers Rückkehr“ wird es ebenfalls sehr familiär, denn Zazas Vater Roger taucht unvermittelt auf – gejagt von einem feuerschleudernden Drachen. Auch hier steckt mehr dahinter, als man auf den ersten Augenblick glaubt.

Den Abschluss bildet die Episode „Der falsche Pater“, in der es Zaza schafft die Drachenjäger auf eine Mission zu begleiten, die sich als gefährlich erweist und mit einem überraschenden Ende aufwartet.

Die Geschichten sind spannend geschrieben und besitzen stets einen tieferen Sinn, das macht sie auch für ältere Semester sehenswert. Dabei ist bemerkenswert, das auf der DVD eine Empfehlung ab 6 Jahren gegeben wird, obwohl die Silberscheibe von der FSK mit keiner Altersbeschränkung freigegeben wurde. Respekt, hier nehmen die Produzenten ihre Verantwortung ernst. Und tatsächlich könnten zu junge Zuschauer von der Handlung leicht verwirrt werden. Vom richtigen verstehen mal ganz abgesehen.

Obwohl das Thema nie richtig zur Sprache kommt, besitzt der Tod in der Welt der Drachenjäger eine zentrale Rolle. So werden die Drachen regelrecht abgeschlachtet – und mit ihrem Tod Geld verdient – und setzen sich auch die Jäger selbst großer Gefahr aus und können ebenfalls sterben. Das geschieht auch, doch nur am Rande der gewollten Wahrnehmung. Die Macher der Serie gehen dabei möglichst subtil vor und verzichten auf entsprechende Sterbe- oder Metzelszenen.

Neben den spannenden und faszinierenden Geschichten in dieser mystischen Zukunftswelt, ist auch der darin vorkommende Humor sehr wichtig. Die Sprüche und Verhaltensweisen der Figuren sind immer sehr witzig und zum Kugeln, vor allem ihre oft lineare, aber dennoch erfrischende Art. Auch hier richtet sich der Spaß manchmal nur an ältere Zuschauer und einige Dinge sind für Kinder ungeeignet. Als Beispiel mag hier ausreichen, dass Jeanneline gerne mal scharfe Fleischmesser wirft, um ihren Standpunkt zu verdeutlichen.

Der Zeichenstil der Serie ist – zeitgemäß – asiatisch durchdrungen und wirkt mit seinem klaren Strich und der recht erdigen Kolorierung sehr erwachsen. Obwohl die Serie den meisten physikalischen Gesetzen trotzt, wirken die Ereignisse in sich logisch und sind nachvollziehbar. Das sorgt für eine konsistente Welt, die den Zuschauer einfach in ihren Bann zieht.

Die deutsche Synchronisation der Serie ist erstklassig und die Stimmen passend besetzt. Die Sprecher leisten gute Arbeit und man merkt ihnen Spielfreude an. Auch die Soundeffekte sind gelungen und passend, doch vor allem die Titelmusik ist der Hit, handelt es sich doch um das „Dragon Hunter’s Theme“ von der bekannten Band „The Cure“, das auf deren Song „Taking Off“ basiert. Leider gibt es nur die erste Strophe des Titellieds im Vorspann.

Während die erste Episode zusätzlich in der französischen Sprachfassung vorliegt, gibt es auf der DVD ansonsten nur deutsche Tonspuren. Alles in Dolby Digital 2.0, was doch leicht veraltet ist und tatsächlich mehr dem TV-Format entspricht, wie auch das 4:3-Bild selbst. Das Zusatzmaterial ist vernachlässigbar, da es sich weitgehend um Texttafeln zu Dingen handelt, die in den Episoden eh behandelt werden.

„Dragon Hunters - Die Drachenjäger Vol. 1“ ist der klasse DVD-Auftakt zu einer außergewöhnlichen Serie. Schade aber, dass das Medium DVD nur unzureichend ausgereizt wird.

(c) 2008 by Günther Lietz

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Die Drachenjäger - Staffel 1(Folgen 1-5)

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