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Archiv für die 'Serie' Kategorie


Stargate Universe – Pilotfilm

Erstellt von Redaktion am 27. Februar 2010

stargate-universeStargate Universe – Pilotfilm
Episode 1: Die Destiny; Episode 2: Führungskampf auf der Destiny

Originaltitel: Air, part 1+2
Produktionsland: Kanada
Produktionsjahr: 2009
Länge: 42 Minuten pro Episode
Produktion: Brad Wright, Robert C. Cooper
Idee: Brad Wright, Robert C. Cooper
Musik: Joel Goldsmith
Erstausstrahlung: 2. Oktober 2009 (Vereinigte Staaten) auf Syfy

Darsteller: Robert Carlyle (Dr. Nicholas Rush), Louis Ferreira (Colonel Everett Young), Brian J. Smith (Lieutenant Matthew Scott), Elyse Levesque (Chloe Armstrong), David Blue (Eli Wallace), Alaina Huffman (Lieutenant Tamara Johansen), Jamil Walker Smith (Sergeant Ronald Greer), Ming-Na (Camile Wray), Lou Diamond Phillips (Colonel David Telford)

Nach „Stargate - Kommando-SG1“ und „Stargate Atlantis“ kommt mit „Stargate Universe“ die nun dritte Serie auf den Markt, die im direkten Zusammenhang mit dem erfolgreichen Kinofilm „Stargate“ (Roland Emmerich, 1994) steht. Und erneut stehen natürlich die Sternentore der Antiker-Rasse im Mittelpunkt der Serie.

In „Stargate – Kommando-SG1“ richtete sich der Fokus auf das Erkunden neuer Welten und den Krieg gegen die Goa’uld, anschließend auf den Kampf gegen die Ori. In „Stargate Atlantis“, einem Ableger der Ur-Serie, leben die Menschen in der Stadt Atlantis und kämpfen gegen eine Art Vampirrasse, die Wraith genannt wird. Die Sternentore, Atlantis und die Wraith sind ein Erbe der Antiker. Diese Rasse spielt auch in „Stargate Universe“ eine wichtige Rolle.

In der Serie geht es nun darum, dass sich eine Gruppe von Menschen auf der Ikarus-Basis einfindet, die sich tief im Weltraum befindet. Hier versucht Doktor Nicholas Rush (Robert Carlyle) das Rätsel um das neunte Chevron zu lösen. Sollte es ihm gelingen, wäre es möglich neuartige Koordinaten anzuwählen. Um Hilfe beim Lösen des Rätsels zu bekommen, baut Rush Teile der Aufgabenstellung in ein Onlinespiel ein. Eli Wallace (David Blue) löst im Spiel das Rätsel und wird zwangsrekrutiert.

Auf der Ikarus-Basis arbeitet er nun mit Rush zusammen und lernt auch andere Besucher kennen. Darunter die Senatorentochter Chloe Armstrong (Elyse Levesque) und ihren Vater oder auch die IOA-Mitarbeiterin Camile Wray (Ming-Na). Als die Station plötzlich angegriffen wird wählt Rush zur Evakuierung mittels Chevron Neun eine Adresse an. Anstatt auf der Erde landen die Flüchtlinge auf einem alten Raumschiff der Antiker, der Destiny.

Das Raumschiff ist schwer beschädigt, die Energiereserven beinahe erschöpft und Nicholas Rush kocht sein ganz eigenes Süppchen. Einer Rückkehr zur Erde scheint unmöglich. So müssen sich Militär und Zivilisten arrangieren, um zu überleben. Doch zuvor sind einige Opfer nötig …

Das klingt nun erst einmal sehr spannend und leidlich innovativ, doch im Grunde genommen wärmt „Stargate Universe“ altbackene Themen und Serien auf. Allen voran „Star Trek: Voyager“, gemischt mit den üblichen Verzierungen aus „Stargate – Kommando SG-1“ und „Stargate Atlantis“. Klingt übel, ist es leider auch.

Die Ähnlichkeiten zu „Star Trek Voyager“ sind dabei besonders groß. Die erste Parallele ist, dass die Flüchtlinge an Bord eines Raumschiffs zu überleben versuchen. Ihr vorrangiges Ziel ist dabei die Rückkehr zur Erde, stets im Kampf um wichtige Ressourcen und am Erkunden von fremden Planeten. Immerhin ist die Destiny ein beschädigtes Schiff der Antiker mit einem programmierten Kurs, den niemand ändern kann. Ziel des Schiffs ist es Planeten abzuklappern, auf denen ein anderes programmierttes Schiff Stargates deponierte. Die Destiny stoppt in Nähe der Stargates den Flug und dann läuft ein Countdown. Innerhalb einer bestimmten Zeit kann die Besatzung nun die jeweiligen Planeten erkunden. Außerdem erkennt das Schiff die Bedürfnisse der Mannschaft und stoppt auch, um Nahrung, Wasser, Ersatzteile und Energie zu besorgen. Das ist jedenfalls ganz grob die Handlung. Da die Serie an ein jüngeres Publikum adressiert ist, wird die Zielgruppe mit ein wenig Glück die Ähnlichkeit zu „Star Trek“ übersehen.

„Stargate Universe“ hat es sich zur Aufgabe gemacht einen anderen Stil an den Tag zu legen, als die beiden Vorgänger-Serien. Das gelingt auch, denn wo „Stargate – Kommando SG-1“ mit Charme überzeugte und „Stargate Atlantis“ Action präsentierte, bietet sich „Stargate Universe“ als liebloses Stückwerk an. Vor allem der Humor ist auf der Strecke geblieben. Zwar wird die alte Garde (Richard Dean Anderson, Amanda Tapping und Michael Shanks) in einigen Szenen bemüht, aber sie sind zu keinem Zeitpunkt für die Handlung wichtig. Bei Anderson als Jack O’Neill ist der Zuschauer höchstens erschrocken darüber, wie mollig der Schauspieler geworden ist. Und das war es auch schon - von seinem Auftritt bleiben nur die zusätzlichen Kilos in Erinnerung. Tapping steht plappernd auf der Brücke eines Raumschiffs (ebenfalls in Anlehnung an die Serie und um die Fans zu erfreuen ist es die „Hammond“) und Shanks darf als Daniel Jackson auf einer DVD plaudern. Alles zu vernachlässigen. Wichtiger ist die neue Besetzung und die damit verbundenen neuen Charaktere. Und die sind Großteils einfach nur langweilig.

Neuer Star und Ansprechpartner fürs junge Publikum ist David Blue als Eli Wallace. Eli ist das, was Neudeutsch als Nerd bekannt ist, ein Außenseiter, ein Sonderling, ein dicker Typ der Computerspiele zockt und mittels Headset soziale Kontakte pflegt. Klischee pur oder einfach nur Alltag us-amerikanischer Teenager – das kann sich jeder aussuchen. Jedenfalls geschieht mit Eli genau das, wovon jugendliche Fans der Serie träumen: Er spielt ein Onlinespiel, ist dabei unschlagbar, es klingelt an der Türe und dann wird er in den Weltraum gebeamt, weil nur er alleine ein Rätsel lösen kann, das für alle anderen zu schwer ist. Genau, die Hoffnung der Welt sitzt mit dickem Hintern vor dem Computer und steuert Pixelmännchen durch die virtuelle Gegend. Die Zeiten ändern sich halt und mit ihnen auch die Helden.

Glücklicherweise gibt es neben dem dicken Zivilisten auch ein paar kernige Militärs, die ebenfalls mitmischen. Gut trainiert und mit gestähltem Körper sorgen sie für die Sicherheit. Und nebenbei erfüllen sie auch sämtliche Klischees. Da gibt es den etwas überforderten Soldaten, der ein Verhältnis mit einer Kameradin hat, der aufsässige schwarze Marine der schnell die Waffe anlegt und der erfahrene Kommandant, der aber leider an einer schlimmen Krankheit leidet. Fürs schicke Ambiente sorgt da nun die junge Tochter des Senators und auch die clevere Sanitäterin, die eigentlich in der Uni sitzen sollte. Witzigerweise ist es gerade nun Alaina Huffman als Lieutenant Tamara Johansen, die hier sehr überzeugend spielt. Sie vermag als eher stille Sanitäterin – und medizinische Leiterin in spe – sämtliche Emotionen abzuklappern, die solch eine dramatische Situation mit sich bringt. Da ihre Dialoge eher spärlich sind, muss sie halt anderweitig überzeugen. Um zu zeigen wie offen und tolerant die neue Serie ist, gibt es sogar eine Vorzeigelesbe. Diese Rolle übernimmt Ming-Na (verheiratet und Mutter zweier Kinder).

Um die ganze Sache besonders mysteriös zu gestalten, gibt Robert Carlyle einen sehr geheimnisvollen Dr. Nicholas Rush zum Besten. Serien wie „Battlestar Galactica“ (Dr. Gaius Baltar) und „LOST“ (Benjamin „Ben“ Linus) zeigen ja, wie ein undurchsichtiger Charakter angelegt werden muss. Ist er nun böse, ist er nun gut, ist er vertrauenswürdig, ist er ein Verräter, sind seine Handlungen nachvollziehbar, gar verständlich? Während Figuren wie Dr. Gaius Baltar und Benjamin Linus originell und authentisch wirken, ist Nicholas Rush ein Stückwerk – wie „Stargate Universe“ an sich.

Der Pilotfilm setzt sich aus zwei Episoden zusammen, die im deutschen unterschiedliche Titel haben, im englischen aber treffender „Air, part 1+2“ heißen. Das im Piloten keine große Charakterentwicklung gezeigt werden kann, ist verständlich. Aber die reine Konzentration auf die Hauptfiguren der Serie ist misslungen. Die Figuren wirken unterkühlt, es gibt keine Bindung und die Rollen wirken konstruiert. Das die Handlung so offensichtlich einer anderen Serie entlehnt wurde und aufgesetzte Cameo-Auftritte um die Gunst der Fans buhlen, macht es nur schlechter, aber keinesfalls besser. Allerdings füllt „Stargate Universe“ eine Lücke, denn es gibt derzeit keine wirklich große Science-Fiction-Serie aus Amerika. Und die britischen Serien haben leider – und zu Unrecht – den Beigeschmack einer Randgruppe. Das nutzt das neue Stargate-Ziehkind weidlich aus und generiert konkurrenzlos Zuschauer. Einen Vorteil hat dieser grottige Start auf jeden Fall: Es kann nur besser werden …

Copyright © 2010 by Günther Lietz

“Stargate” bei Booklooker.de

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Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster - Staffel 1-3

Erstellt von Redaktion am 10. Februar 2010

Bei Libri.dePrimeval: Rückkehr der Urzeitmonster - Staffel 1-3

Produktionsland: Großbritannien
Originalsprache: Englisch
Produktionsjahr: seit 2007

Darsteller: Douglas Henshall, Lucy Brown, Andrew Lee Potts
Regisseure: Jamie Payne, Cilla Ware
Komponist: Dominik Scherrer

Format: PAL, Box-Set
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Episoden: 23 in 3 Staffeln
Spieldauer: 1045 Minuten
Studio: Polyband & Toppic Video/WVG
Erscheinungstermin: 2009

Neben den us-amerikanischen Science-Fiction-Serien, behaupten sich zunehmend auch Serien aus Großbritannien auf dem internationalen Markt. Der britische Fernsehsender ITV1 schickt seit einigen Jahren „Primeval“ ins Rennen um die Einschaltquoten und liegt damit weit vorne. So erreichten die ersten beiden Staffeln bei ihrer Erstausstrahlung in Großbritannien im Schnitt mehr als sechs Millionen Zuschauer, in Deutschland waren es immerhin mehr als zwei Millionen Menschen, die einschalteten. Deutsche Premiere feierte „Primeval“ auf PRO7 und wurde dann ab Januar 2010 auf Kabel 1 wiederholt. Aus dem Hause Polyband & Toppic Video/WVG stammt nun eine Staffelbox, in der die ersten drei Staffeln enthalten sind. Das macht insgesamt dreiundzwanzig Episoden mit einer Gesamtspieldauer von 1045 Minuten. Stellt sich nur die Frage, wie unterhaltsam diese Minuten sind.

Die erste Staffel der Serie umfasst gerade mal sechs Episoden und ist damit die kürzeste Staffel. Im Zentrum der Handlung steht vor allem die Charaktervorstellung und das zentrale Handlungselement: Die Urzeitmonster, die durch eine Anomalie aus der Vergangenheit in unsere gegenwärtige Welt stolpern. Durch Absicht und Zufall formiert sich hier ein Team, dass im Auftrag der britischen Regierung diese Monster jagt, Schlimmes verhindert und die Anomalien erforscht.

Kopf des Teams ist der Wissenschaftler Nick Cutter (Douglas Henshall). Er ist Evolutionsbiologe und arbeitet zusammen mit seinem Assistenten Stephen Hart (James Murray) an den Vorfällen. Im Verlauf der sechs Episoden kommt heraus, dass die beiden Männer mehr als nur Freundschaft verbindet. Vor allem Cutter erfährt, dass es für ihn eine ganz persönliche Verbindung zu den Anomalien gibt, denn seine verschollene Frau Helen (Juliet Aubrey) scheint in einer dieser Anomalien verschwunden zu sein.

Mehr zufällig schließt sich der junge Student Connor Temple (Andrew-Lee Potts) dem Team an. Er ist etwas ungeschickt, intelligent und über beide Ohren in Abby Maitland (Hannah Spearritt) verliebt, die er in der ersten Episode kennenlernt. Abby ist Tierpflegerin und wird zufällig in die Ermittlungsarbeiten hineingezogen. Dank ihren Fähigkeiten gehört sie schnell zum harten Kern der Truppe. Das Team steht unter der Leitung von Claudia Brown (Lucy Brown), einer Mitarbeiterin des Innenministeriums, die wiederum Sir James Peregrine Lester (Ben Miller) untersteht, einem humorlosen Bürokraten.

Die Aufgabe des Teams ist es nun auffälligen Meldungen nachzugehen und festzustellen, ob es sich um eine Anomalie handelt. Stets entwischt auch ein Bewohner der Urzeit und stellt die Mannschaft vor Probleme. Meistens frisst das Urzeitmonster jemanden auf und muss mit einem Trick wieder in seine eigene Zeit gelockt werden. Im Grunde war es das auch schon.

Die erste Staffel zeichnet sich dadurch aus, dass sie vor allem auf ein junges Publikum zugeschnitten wurde. Die Handlung ist betont episodenhaft und gestückelt. Es gibt unzählige Logikfehler, die zugunsten einer betont lässigen Szenerie in Kauf genommen werden. Hauptsache es sieht gut aus. Dadurch ist die Geschichte flach und auch die Charaktere kommen ohne Tiefe daher. Sehr ärgerlich ist vor allem der monotone Aufbau des Dramas und die stets ähnliche Krisis. In fast jeder Episode fühlt sich der Zuschauer auch an das gute alte Kasperletheater erinnert: Das Krokodil taucht hinter dem Kasper auf, aber er sieht es einfach nicht. Dann dreht sich der Kasper um, aber einen Augenblick vorher ist das Krokodil abgetaucht und steckt woanders seinen Kopf hinaus. Der Kasper dreht sich zurück und wieder ist das Krokodil verschwunden, um plötzlich genau vor der Nase des Kaspers aufzutauchen. Wird der Kasper gegen Cutter oder ein anderes Teammitglied ausgetauscht und das Krokodil gegen ein beliebiges Tier aus der Urzeit, so beschreibt das die meisten der Drehbücher.

Um die jugendliche Lust nach nackter Haut und Teenagerliebe zu bedienen, kommen nun Abby und Connor ins Spiel. Die Rolle der punkigen Tierpflegerin wird dabei von Hannah Spearritt übernommen, die Dank ihres sportlichen Körperbaus jugendlich frisch wirkt. Vor einigen Jahren gehörte sie der Popgruppe „S Club 7“ an, nun versucht sie sich als Schauspielerin. Trotz – oder gerade wegen – der einfach gestrickten Geschichte gelingt ihr das recht gut. Passenderweise ist Abby eine Liebhaberin vom Amphibien. Deswegen schaltet sie ihre Heizung immer hoch, so dass sie in ihrer Wohnung stets knapp bekleidet herumlaufen muss. Bei der Gelegenheit präsentiert sie dann auch ihre knapp verhüllten kecken Brüste und den äußerst knackigen Po.

Connor steht nun stellvertretend für all die Jungs, die nun gerne Abbys Freund wären und die Glückliche mal beglücken würden, aber stets abblitzen. Doch Meter für Meter gräbt sich Connor an seine Auserwählte heran, zieht schlussendlich sogar bei ihr ein und darf – stellvertretend für alle anderen Außenseiter der jugendlichen Gesellschaft – die knackige Abby bewundern. Jetzt muss Connor nur noch ihr Herz erobern.

Es ist leicht zu erkennen, dass „Primeval“ in seichten Gewässern fischt. Es gibt keinen großen Anspruch. Das gilt auch für die von den Machern gelobten Tricks und Special Effects. Diese wurden am Computer generiert und ihre CGI-Herkunft ist offensichtlich. Auch die Action wirkt gekünstelt, ebenso die grundlegende Handlung selbst. Es wirkt stellenweise, als hätten die Produzenten versucht „Stargate SG1“ zu klonen und dabei ist ein Unfall passiert. Trotzdem ist die erste Staffel der Serie stellenweise recht unterhaltsam. Sie gewinnt zum Ende hin sogar an Spannung und Fahrt, denn es kristallisiert sich tatsächlich ein übergreifender Handlungsbogen heraus.

Und mit dem kracht der Zuschauer dann brachial in die zweite Staffel hinein, die nun aus ganzen sieben Episoden besteht. Der Zuschauer hat sich von Claudia Brown verabschieden müssen. Das ist vor allem für Cutter ein Problem, denn immerhin empfand er tiefe Zuneigung für sie. Statt sich nun der Liebe hinzugeben, muss er sich gegen seine Ehefrau durchsetzen. Denn Helen wird nun zum Dreh- und Angelpunkt der Serie.

Die Produzenten haben von der reinen Teenager-Serie Abschied genommen und die Möglichkeiten einer Zeitanomalie genutzt, um „Primeval“ ordentlich umzukrempeln. Cutter kehrt aus der Vergangenheit zurück und lässt eine sich selbst erfüllende Prophezeiung hinter sich. Doch die Gegenwart hat sich verändert. Es gab nie eine Claudia Brown und das Team hat im sogenannten ARC einen festen Stützpunkt. Von hier aus erforscht die Mannschaft weiterhin die Anomalien, kann jedoch auf mehr Ressourcen zurückgreifen.

Noch immer ist Connor in Abby verknallt, doch es gibt nur einen freundlichen Händedruck oder mal einen Schmatzer auf die Wange. Wenigstens ist Abbys Schwärmerei für Stephen zu den Akten gelegt worden, hat dieser doch was mit Helen am Laufen. Sehr zum Ärger von Cutter. Und der steht vor dem Problem, dass die neue PR-Managerin des ARC Jennifer „Jenny“ Lewis ist und Claudia zum Verwechseln ähnlich sieht. Somit bleibt Lucy Brown der Serie vorerst als Schauspielerin erhalten.

Der durchgehende Handlungsbogen sorgt nun für einen besseren Ablauf der Serie. Einige Logiklücken wurden geschlossen und durch die plötzliche Wendung mittels der veränderten Realität, ist auch das leicht veränderte Verhalten der Charaktere zu erklären. Vor allem der Konflikt zwischen Cutter, Helen und Stephen trägt zu einem runderen und spannenderen Bild bei. Scheinbar wurde auch das Budget der Serie aufgestockt, denn die Kulissen sind größer, abwechslungsreicher und auch die CGI-Effekte haben zugelegt. Man sieht zwar noch immer, dass es Computerwesen sind, aber diesmal wirken sie einfach einen Tick echter. Und endlich wurden der Kasper und das Krokodil in die staubige Kiste gesteckt, in die sie auch hineingehören.

Eine besonders schöne Idee der Drehbuchautoren ist, dass nun auch Kreaturen aus der Zukunft die Gegenwart besuchen. Allerdings gibt es hier keine großen Änderungen, denn diese Kreaturen fressen auch gerne Menschen. Die Handlung wird nun durch Helen besonders vorangetrieben. Sie auch scheint Wissen und Technik aus der Zukunft zu besitzen, das macht neugierig. Doch die Enthüllungen, die lassen auf sich warten. So wie die Figur der Helen in der Serie gewinnt, so gewinnt auch  Juliet Aubrey hinzu. Ihre Darstellung der Helen ist sehr packend und stellenweise gar ergreifend. Auf der einen Seite menschliches Monster, auf der anderen Seite verletzlicher Mensch. Eine sehr glaubhafte Darstellung der Rolle.

Ebenso wie die zweite Staffel, so bringt auch die dritte Staffel einige Veränderungen mit sich. Die Serie wirkt nun noch erwachsener, spielt noch stärker mit den Möglichkeiten und Gefahren der Anomalie. Eine der DVDs kommt sogar mit einem FSK von 16 daher, was sich natürlich auch auf die ganze Box niederschlägt. Merkwürdigerweise sanken in Großbritannien die Einschaltquoten „Primevals“ bei der dritten Staffel auf knapp über vier Millionen ab. Dabei gewinnt die Serie gerade jetzt an Spannung.

Connor und Abby kommen sich endlich näher. Das bedeutet immer weniger Liebeleien unter Jugendlichen. Zwar muss  Hannah Spearritt noch immer ihren knackigen Körper präsentieren, aber endlich wirkt es natürlich. Auch Connors Schüchternheit wirkt passend und ist kein zentraler Bestandteil mehr.

Und erneut hat sich einiges im Team verändert. Durch Tod eines Mitglieds und dem Ausscheiden von Jenny aus dem Dienst, ist der Weg frei für neue Mitglieder. Da wäre erst einmal die Ägyptologin Sarah Page (Laila Rouass). Leider ist ihre Einstiegsfolge auch die dümmste der ganzen dritten Staffel. Es tauchen tatsächlich Urzeitkrokodile auf die das Fressen einstellen, sobald sich die Leute vor ihnen verbeugen. Logische Erklärung: Sie sind es halt alle aus Ägypten gewohnt angebetet zu werden. Was für ein Unsinn. Nun, die Neue im Team braucht halt auch ihr Scheinwerferlicht, um gut dazustehen. Glücklicherweise ist diese Folge nur ein Ausrutscher und Sarah wird tatsächlicher zu einer tragenden Figur mit plausibler Geschichte.

Eine tragende Figur ist auch Helen – immer noch. Sie enthüllt weitere Details aus der Zukunft und dem Zuschauer werden ihre Motive klar, sind sogar nachvollziehbar. Die Szene in der sie ihren eigenen, geliebten Mann erschießt, ist heftig. Doch Helen, gefangen in ihrem eigenen Wahn – ausgelöst durch das Wissen um die Zukunft der Menschheit – sieht einfach keinen anderen Ausweg. Starker Tobak!

Im ganzen positiven Chaos der dritten Staffel, mausert sich Danny Quinn (Jason Flemyng) zum neuen Teamleiter. Er ist risikofreudig und unbesonnen, in vielen Dingen also das Gegenteil von Cutter. Doch das Team kann sich jederzeit auf seine Hartnäckigkeit und seine Loyalität verlassen. Das gilt auch für Captain Becker (Ben Mansfield) der eine Spezialeinheit leitet und zum Schutz des Teams eingeteilt ist. Endlich haben die Drehbuchautoren was gelernt und präsentieren glaubhafte und nachvollziehbare Gründe, warum das Team ohne Waffen und nur mit einem Grinsen gegen menschenfressende Dinosaurier in den Kampf zieht. Wobei, diesmal kommen die Soldaten auch mal zum Zuge. Alles andere wäre nun auch endgültig unglaubwürdig.

Die Handlung ist nun eine wahre Achterbahnfahrt. Zwar sehen die Monster noch immer deutlich nach CGI aus, aber Action und Spannung nehmen dramatisch zu. Es gibt Verfolgungsjagden durch die Zeit, Verrat in den eigenen Reihen, Klonsoldaten, tödliche Liebschaften, knallharte Zweikämpfe, mutierte Menschen, Killer aus der Zukunft und den Plan die gesamte Menschheit auszurotten. Hier wurde das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt. Endlich wird Helens Motiv enthüllt und auch ihr Plan ans Licht gezehrt. Dabei kommen auch viele Spielereien aus der Zukunft vor, die den Anstrich der Science Fiction verstärken. Und schlussendlich präsentieren die Macher einen sehr spannenden Cliffhanger, der Lust auf mehr macht – Lust auf eine Fortsetzung, Lust auf einen Kinofilm.

„Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster“ ist keine Serie die mit einem ausgefeilten Plot überzeugt, erstklassige Tricktechnik bietet oder gar Charaktertiefe. Die Serie bietet einfache Durchschnittskost, gespickt mit peinlichen Ausrutschern und wunderbaren Glanzlichtern. Diese Glanzlichter nehmen zum Ende der Serie immer mehr zu. „Primeval“ ist eine Serie, die mit der Zeit wächst, blüht und gedeiht. Aus einem langweiligen Mauerblümchen entwickelt sich eine schöne Orchidee. Besonders spannend ist dabei, diese Entwicklung mitzuerleben. Das macht schlussendlich den wahren Reiz der Serie aus und erinnert irgendwie an ein Kind: Es wird geboren, wächst auf und steht schlussendlich auf eigenen Beinen. Bleibt zu hoffen, dass „Primeval“ zukünftig dieses erreichte Niveau beibehalten wird. Es wäre Schade, würde die Serie eingehen oder auf dem Altenteil landen.

Die Ausstattung der DVD-Box ist von guter Qualität. Jede Staffel befindet sich in einer eigenen Hülle und diese stecken wiederum in einem schön gestalteten Pappschuber. Leider gibt es keine Wendecover und keinen Überzieher. Dadurch bleibt der Blick auf das grüne FSK-Siegel frei. Schade.

Die Bildqualität ist weitgehend in Ordnung. Kommt es zu CGI-Effekten wirkt es manchmal schwammig. Oft ist das wohl Absicht, um die Computeranimation etwas zu verschleiern. Der Ton liegt in Dolby Digital 2.0 auf Deutsch und Englisch vor. Er ist durchweg sauber und dringt gut aus den Boxen. Bei solch einer Serie wäre aber 5.1 sicherlich besser gewesen. Der Untertitel ist nur in Englisch vorhanden. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls gelungen und weist keine Fehler auf. Die Stimmen sind weitgehend passend gewählt. Eine gute Arbeit.

Das Bonusmaterial besteht aus einem Making-of und einem Behind-the-Scenes. Beide Beiträge sind informativ und schön gestaltet, aber leider etwas wenig für eine Box mit diesem Umfang. Hier hätten sich Fans sicherlich mehr erhofft. Das Bonusmaterial ist jedenfalls unterer Standard.

Abschließend bleibt zu sagen, dass es sich bei „Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster“ um eine ambitionierte  Serie mit vielen und großen Schwächen am Anfang handelt, die aber mit jeder weiteren Staffel einen Qualitätssprung vollführt. Vor allem Staffel Zwei und Staffel Drei trumpfen auf, wobei das vorläufige Serienfinale sehr spannend ist und nach mehr verlangen lässt. Trotz Mängel also eine Empfehlung für die heimischen Abspielgeräte!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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Hautnah – Die Methode Hill - Volume 3

Erstellt von Redaktion am 3. Januar 2010

Bei Amazon.deHautnah – Die Methode Hill
Volume 3

Produktionsland: Großbritannien
Produktionsjahr: seit 2002
Episodenlänge: etwa 80–100 Minuten
Originalsprache: Englisch
Darsteller: Robson Green (Dr. Tony Hill), Hermione Norris (DCI Carol Jordan)
Edel Motion 2009

Erneut gehen in der – fiktiven - englischen Stadt Bradfield Serienmörder umher. In der nun mehr vierten Staffel muss der freiberufliche Profiler Dr. Tony Hill (Robson Green) zusammen mit der Polizistin DCI Carol Jordan (Hermione Norris) genau jenen bösen Buben auf die Finger klopfen. Dabei hat Hill seine ganz eigene Methode, die ihm zum Erfolg führt – meistens.

Auch die dritte Staffel der Serie kommt aus dem Hause Edel Motion in einer durchsichtigen Plastikbox daher. Leider gibt es kein Wendecover und so wird die Box durch das blauen FSK-16-Logo verschandelt. Im Inneren der Box befinden sich vier DVDs. Jede beinhaltet jeweils eine komplette Episode der Kriminalfilmserie, die vom englischen Sender ITV produziert wurde. Die einzelnen Episoden laufen zwischen achtzig und einhundert Minuten, insgesamt gibt es mehr als dreihundert Minuten handfeste Krimikost.

In „Das tödliche Internet“ geht es um Serienmorde an Kindern. Hier steht Tony allerdings alleine da, denn Carol wird bei einem Überfall verletzt und ein junger Kollege übernimmt die Ermittlung. Für Tony Hill nur schwer zu verkraften, hat er sich doch auf Carol eingestellt. Trotzdem geht er professionell seiner Arbeit nach, denn das Leben weiterer Kinder steht auf dem Spiel …

Diese Episode ist spannend gestaltet und kommt auch mit einer schlüssigen Auflösung daher. Dabei wird auch das Thema „Internet“ und „Chatsicherheit“ angesprochen. Für Laien logisch nachvollziehbar – wer ledoch weiß wie das Internet und Chaträume funktionieren, wird nur müde lächeln. Trotzdem übt die Folge einen starken Reiz aus. Da wären einmal die Kinder die bedroht werden, und die aus schlimmen Verhältnissen stammen. Sie werden besonders stark in Szene gesetzt, sobald Profiler Hill sich in sie hineinversetzt, um Motive und Taten besser zu verstehen. Aber auch Carol Jordans Abwesenheit von den Ermittlungsarbeiten sorgt für Spannung – und scheinbar ist ihr junger Kollege ein wenig überfordert, wie in der letzten Episode der Staffel deutlich wird.

Doch zuvor haben es Hill und Jordan in „Mackie Messer“ mit einem weiteren Serienmörder zu schaffen. Die Vermutung liegt nahe, dass es der vor kurzem entlassene Mörder McAdam ist, aber dieser entzieht sich geschickt den Ermittlungen und tritt gar selbst als Psychologe und Profiler an die Öffentlichkeit heran …

Obwohl sich McAdam mit Hill einen persönlichen Kampf im übertragenen Sinne liefert, ist „Mackie Messer“ die schwächste Episode der Staffel, ja, gar bisher. Der Fall wirkt konstruiert, McAdams Aufbau als Nemesis Hills scheitert kläglich, denn die Fakten sind künstlich und die Verknüpfungen an den Haaren herbeigezogen. Sehr Schade, denn hier wäre Potenzial für Mehr gewesen. Zu allem Übel leidet die Figur Hill immensen Schaden, denn am Ende begeht der bisher zwar verschrobene, aber dennoch sympathische Doctor Tony Hill Selbstjustiz – und kommt ungestraft davon. Diese Selbstjustiz kann gar als geplanter Mord ausgelegt werden, denn Hill weiß genau wie der Täter denkt und was dieser vorhat. Dass Hill schlussendlich sein Leben riskiert um den Serienmörder zu retten, ist ein fehlgeschlagener Versuch das Image ein wenig aufzupolieren. Im Kern hat Tony Hill einfach Scheiße gebaut.

Glücklicherweise schlägt die Episode „Freitag, der Dreizehnte“ in eine andere Kerbe. Hier sind die Fälle wieder miteinander verwoben und die Argumentationskette nachvollziehbar. Dadurch wirkt der Stoff authentisch und Greens Rolle des Profiler Hills gewinnt wieder einige Sympathiepunkte hinzu. Nach der letzten Episode auch eindeutig nötig.

Dieser Punktgewinn geschieht vor allem durch die persönliche Bindung zu Carol, die hier vertieft wird. Obwohl sich beide zueinander hingezogen fühlen, bleiben sie auf Abstand. Hill und Jordan sind unfähig sich offen auf persönliche Nähe einzulassen oder sich zu offenbaren, verkriechen sich lieber in ihre Schneckenhäuser aus beruflicher Distanz. Vor allem der schweigende Dialog mittels Augenkontakt und Mimik ist sehr packend, drückt mehr aus als es Worte könnten.

Die abschließende Episode der Staffel ist „Das Spiel des Todes“. War es zuvor schon schwer den Täter zu fangen, so scheint es diesmal unmöglich. Der Mörder, ein Heckenschütze, ist einfach zu unberechenbar, seine Opfer scheinbar unwillkürlich. Doch diesmal ist der Mörder keine zentrale Figur, sondern nur ein Mittel zum Zweck. Vielmehr dreht sich in „Spiel des Todes“ alles um Tony Hill, denn im Kopf des Profilers wächst ein Tumor heran. Auch wird sein komplexes Verhalten als leichte Verhaltensstörung diagnostiziert. Somit eine Erklärung für das brillante, aber sozial meist kalte Benehmen von Tony.

Das Verhältnis zwischen dem Profiler und DCI Jordan wird nun auf eine harte Probe gestellt und in einer Szene offenbart Hill gar seine wahren Gefühle, in dem er einen Traum als Erinnerung wahrnimmt. Hinzu kommt, dass er lieber an dem Fall arbeitet, als sich der lebensrettenden Operation zu stellen. Sein Verhalten scheint für einen Knacks in der fragilen, kaum vorhandenen Beziehung zu Carol Jordan zu sorgen. Das Charakterspiel von Hermione Norris ist einfach erstklassig und sorgt für eine starke emotionale Bindung zu dem Charakter. Zudem hat einer ihrer Kollegen, wie zuvor angedeutet, ein Alkoholproblem. Falls dieser Handlungsfaden im Auge behalten wird, dürfte es zu einigen Verwicklungen und Problemen kommen.

Bis auf „Mackie Messer“ liefert die DVD-Box „Hautnah – Die Methode Hill – Volume 3“ erstklassige und spannende Krimiunterhaltung. Das liegt vor allem an der guten Leistung der beiden Hauptdarsteller Green und Norris, die vor allem im Zusammenspiel glänzen. Da rücken die Morde manchmal in den Hintergrund, sind aber dennoch Bestandteil der Handlung.

Besonders faszinierend an den Geschichten ist das analytische Vorgehen Hills, das durch Wort und Bild vermittelt wird. So bleibt der Zuschauer stets auf dem Laufenden, kann sich in die Gedankenwelt von Tony Hill hineinversetzen. Dabei sind die vier Episoden ein wenig vorhersehbar, denn immer schnappt die Falle zu und ist der Täter bekannt. Aber dann stellt sich alles als eine falsche Annahme heraus und kurz vor Ende wird der richtige Mörder gestellt. Hier wäre ein wenig Abwechslung wünschenswert. Trotz dieser Vorhersehbarkeit und einer misslungenen Episode, ist die Staffelbox eine klare Empfehlung für Kriminalfans.

Leider gibt es kein Bonusmaterial, nur einen kleinen Ausblick auf das Programm von Edel Motion. Der Ton liegt in Deutsch und Englisch vor, jeweils in Dolby Digital 2.0. Es gibt keinen Untertitel. Die deutsche Synchronisation ist hervorragend. Beim Bild müssen wieder Abstriche gemacht werden, denn bei dunklen Bildern wird das Rauschen ziemlich deutlich, liefert grobkörnige, schwammige Ansichten. Schade.

Unterm Strich hat sich die Box dennoch die Note „Gut“ verdient, denn drei gelungene Episoden in Spielfilmlänge bieten genug spannende – und manchmal auch humorvolle – Unterhaltung, um über die Schnitzer in „Mackie Messer“ hinwegzusehen.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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Protectors - Auf Leben und Tod

Erstellt von Redaktion am 20. Dezember 2009

Bei Amazon.deProtectors - Auf Leben und Tod
Staffel 1 (5 DVDs)

Land: Dänemark/BRD, 2009
FSK: 12 (freigegeben ab 12 Jahren)
Genre: Thriller / TV Serie
Laufzeit: 550 Min. (5 Episoden)
Regie: Mikkel Serup, Martin Schmidt
Darsteller: Cecilie Stenspil, Soren Vejby, Andre Babikian
Originaltitel: The Protectors (2008)
Sprache: Deutsch
Bild: Widescreen
Bonus: Rollenprofile der 3 Hauptdarsteller
www.pspr.de

Vorwort

Personenschützer, Bodyguards, Leibwächter – eben Protectors – sind nach landläufiger Meinung diejenigen Menschen, welche die ihnen anvertrauten VIP´s mit dem eigenen Leben schützen sollen. Ehemalige Polizisten, Soldaten, Special Forces jeder Coloeur zählen zu diesem Personenkreis. Sie setzen unter Umständen ihr eigenes Leben bewusst aufs Spiel, um den Schutzbefohlenen mit allen Mitteln das Leben zu retten. Selbstverständlich sind dazu nur die Härtesten, die Zähesten, die Bestausgebildeten, schlussendlich die Konsequentesten geeignet: Man muss bereit sein zu sterben, um andere zu retten.

Zur Handlung

Wie es nun bei einem Serienstart üblich ist, befasst sich auch die 1.Folge der dänischen Thrillerreihe „Protectors – Auf Leben und Tod“ mit der Einführung der Hauptdarsteller, leider tritt dabei die Handlung des ersten Auftrages ein wenig in den Hintergrund. Der junge Personenschützer Ibro kommt bei einem Einsatz ums Leben, indem er sich schützend vor den dänischen Verteidigungsminister wirft. Doch der aus Jugoslawien stammende Vater Ibro´s macht den Minister für den Tod seines Sohnes verantwortlich und entführt als ersten Schritt die Geliebte des Ministers…

In Folge 2 ernennt der Ministerpräsident eine im Iran geborene Dänin zur neuen Kultusministerin. Sofort ist der Spezialeinheit Protectors klar, dass die Frau mit Anfeindungen von radikalen Muslimen rechnen muss. Doch die Gefahr der dänischen Rechtsextremen ist weitaus konkreter. Denn sie verstecken sich in den Reihen der Bevölkerung und der politischen Opposition.

An dieser Stelle soll noch die Folge 3 erwähnt werden, denn um die Palette der offensichtlichsten Gefahrenquellen zu komplettieren, dürfen islamische Terroristen natürlich nicht fehlen. „Angeregt“ durch den Anschlag auf das amerikanische World-Trade-Center vom 9. September 2001, versuchen sich zwei Islamisten an einem Bombenanschlag mit einem Stadtbus, der die Route eines politischen Besuches kreuzt.

Fazit

Vielleicht sind wir in unseren Geschmack schon zu geprägt von der Dominanz amerikanischer Agententhriller und es dauert eine ganze Weile, bis man sich auf eine völlig anders gestrickte Stimmung einlässt. Möglicherweise war die kalte Jahreszeit (Januar), in dem die erste Folge spielt bewusst gewählt, ich vermute aber eher, dass dies Zufall oder ein Kokettieren mit dem Klischee des nordischen Landesklimas war. Blasse, trübe, Kälte vermittelnde Szenen passen perfekt zu den gleichermaßen – noch – farblosen Darstellern. Erst nach und nach, überaus still inszeniert, gewinnen die Protagonisten nur zögernd sprichwörtlich an Farbe.

Jasmina el Murad, eine in Ägypten geborene junge Frau, Rasmus Poulsen, ein an das Gute im Menschen glaubender Polizist und Jonas Michaelsen, ein jüdischer Däne, der als Gegenpart zu seinem Kollegen überzeugt ist, das jeder Mensch von Natur aus schlecht ist, schaffen das „harte“ Training des dänischen Geheimdienstes, dem die Proctector-Einheit unterstellt ist. Und hier macht sich der nächste Unterschied zu Amerika überdeutlich bemerkbar: Die Szenen, welche das Auswahltraining zeigen, haben leider Pfadfinderniveau, als dass sie eine Eliteeinheit formen könnten. Jasmina trampelt eher durch den Parcours, als dass sie nennenswerte körperliche Leistung zeigt, auch die beiden Männer zeigen nichts, was sie für ihre knallharte Aufgabe prädestiniert. Da war die Trainingssequenz aus „Die Wildgänse kommen“ (GB, 1978) realistischer – und glaubhafter.

Trotzdem findet man aber schnell Gefallen an der „kühlen“ Stimmung. Kein aufgeregtes Herumschreien, keine planlose, nur reagierende, statt agierende Hyperaktivität á la Hollywood, keine markigen und zitatwürdigen Sprüche, wie sie Bruce Willis, Jan Claude van Damme oder irgendein James-Bond-Darsteller ins Drehbuch geschrieben bekommt.
Kühl – aber nicht cool – entwickelt sich erst leise, dann immer angespannter eine bedrohliche Situation. Die Handlungsträger sammeln Puzzlestücke ein, und blicken nicht gleich von Anfang an voll durch, wie dies angloamerikanische Agenten stets vermitteln.
Mit einiger Sicherheit kann man davon ausgehen, dass der Agenten-Alltag eher dieser dänischen Variante nahe kommt. Langeweile, harmlos erscheinende Personen und Bilder, die sich bei näherer Betrachtung als der sprichwörtliche Todesbote entpuppen können.

Alles in allem eine überraschend angenehme Serie, die aber gegen den oben erwähnten Standardgeschmack sich nur schwer wird behaupten können. Ich würde die DVD gerade deswegen der Fernsehausstrahlung vorziehen, da keinerlei Werbeunterbrechung die aufgebaute Stimmung zerstören kann. Auch die Länge von ca. 110 min. pro Folge lässt dafür genügend Zeit. Was die Dänen aber noch lernen müssen, ist es, der Handlung eine Wendung, etwas Unerwartetes, nicht Vorhersehbares zu geben. Denn dann müssten sich die Amis eine Scheibe abschneiden, und ihr Panikgeplärr endlich auf den Müll werfen. Denn Lautstärke hat nicht unbedingt etwas mit Qualität zu tun. Denn das haben die Dänen auf jeden Fall verstanden.

Die DVD-Edition der Staffel 1 umfasst 5 DVD´s mit 5 Episoden der Serie. Ein kleines Booklet stellt die drei Hauptfiguren in ihren Rollen vor.

Copyright © 2009 Werner Karl

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Preisrätsel/Gewinnspiel 6 x 1 DVD-Box Staffel 1 (je 5 DVDs): “Protectors - Auf Leben und Tod” bei Amazon.de
Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: In welchem Land wurde
Jasmina el Murad geboren? Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel”  und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald  30 Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Die Gewinner lauten: Thomas Köllner, Bernd Kepura, Andrea Schmitt, Tom Bietz, Susanne Koy und Anja Schmieder. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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Torchwood - Staffel 3 - Kinder der Erde

Erstellt von Redaktion am 15. Dezember 2009

Bei Amazon.deTorchwood Staffel 3
Kinder der Erde

Darsteller: John Barrowman, Eve Miles, Gareth David-Lloyd
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1
Anzahl DVDs: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Polyband & Toppic Video/WVG
Produktionsjahr: 2009
Spieldauer: 300 Minuten

Mit der dritten Staffel der britischen Serie „Torchwood“ gehen die Produzenten der BBC neue Wege, um eine spannende und dramatische Geschichte zu erzählen. Die gesamte Staffel umfasst gerade einmal fünf Episoden von jeweils sechzig Minuten Länge. Im TV wurden die Folgen meistens an fünf zusammenhängenden Tagen ausgestrahlt, denn jede einzelne Folge erzählt auch einen Tag der Geschichte. Und die hat es in sich.

Die Spezialeinheit Torchwood 3 aus Cardiff musste einige schwere Schläge einstecken und betrauert noch immer den Verlust wichtiger Mitglieder. Jack (John Barrowman), Ianto (Gareth David-Lloyd) und Gwen ( Eve Miles) versuchen dennoch ihre Arbeit so gut wie möglich zu erledigen. Da bemerken sie Anzeichen, dass eine neue Bedrohung die gesamte Welt in Gefahr bringt. Die Kinder der Erde halten alle zur gleichen Zeit inne und künden anschließend davon, dass jemand kommt.

Jack und sein Team bieten der Regierung ihre Hilfe an, ahnungslos, dass sie sich damit genau in die Höhle des Löwen wagen. Denn die Regierung hat andere Pläne, will die Sünden der Vergangenheit vertuschen – mit allen Mitteln. Und so wird die geheime Zentrale Torchwoods in Cardiff zerstört und der unsterbliche Captain Jack Harkness vernichtet. Ianto Jones und Gwen Cooper können dem Anschlag nur knapp entkommen und werden fortan von Killern gejagt.

Der Einstieg in die dritte Staffel kommt ziemlich heftig daher. Da neue Figuren eingebracht werden, schreitet die Handlung zuerst ein wenig langsam voran, gewinnt aber zügig an Fahrt und ist dann unaufhaltsam. Dabei haben die Autoren und Produzenten keine Scheu vor Nachhaltigkeit und konsequenten Entscheidungen. Wichtige Charaktere sterben, ganze Gebäude werden dem Erdboden gleichgemacht und die Welt weiß um die Bedrohung der Kinder. Das verändert somit auch die Kulisse, in der die Serie spielt. Niemand dreht nach Abschluss einer Folge alles auf Anfang. Dinge die geschehen haben Auswirkungen auf zukünftige Ereignisse. Diese übergreifende und nachhaltige Handlung macht die Serie somit zu etwas Besonderem, denn niemand geht faule Kompromisse ein. Das ist atemberaubend.

Nur fünf Episoden für eine ganze Staffel sorgt dafür, dass die Handlung sehr gestrafft wird und sich vollständig auf das Wesentliche konzentriert. Das wäre zum Einen die packende Geschichte, in der brutale Außerirdische eine scheinbar unmögliche Forderung stellen. Dazu gehören auch Intrigen, Verrat und falsche Eitelkeiten, schlussendlich Angst und niedere Instinkte. „Torchwood – Kinder der Erde“ bietet eine heftige Geschichte und dazugehörige Szenen. Denn neben der zunehmenden Action, kommen auch starke und blutige Spezialeffekte vor.

Ein weiteres Element der Geschichte ist der Einblick in das Leben der Hauptfiguren. Ihre Gefühle, Motivationen und Handlungen werden nachvollziehbar erklärt. Der Zuschauer erfährt mehr von den Charakteren und es gelingt „Torchwood“ eine tiefe Verbindung zwischen Zuschauer und Charakteren herzustellen. Das steigert vor allem die Dramatik der Staffel, bis hin zu ihrer Krisis. Keiner der Charaktere kommt unbeschadet aus der Serie, einige Figuren werden in ihren Grundfesten erschüttert.

Das betrifft vor allem Jack, der strahlende Held der Serie. In „Torchwood – Kinder der Erde“ bekennt er sich zu seiner Liebe zu Ianto und lernt der Zuschauer Jacks Tochter und Enkel kennen, erfährt, warum sich seine Angehörigen von ihm distanzierten und erlebt mit, wie Jack einen Schicksalsschlag nach dem Anderen hinnehmen muss – und wie er unpopuläre Entscheidungen traf und trifft. Politische Korrektheit findet hier übrigens keine Beachtung. Die Geschichte und die Personen stehen im Vordergrund – mit allen Konsequenzen. Und so ist das Ende der Serie, der Höhepunkt der Geschichte, auch gleichzeitig der Augenblick, in dem man seinen Augen misstraut und kaum nachvollziehen kann, wie ein Held dermaßen zerstört wird, nein, sich selber dermaßen zerstört. Ist bereits der Verrat der englischen Regierung erschütternd, der Entschluss der Weltregierungen unfassbar und die Motivation der Aliens überraschend abschreckend, so ist die Auflösung des Spannungsbogens nachhaltig grausam.

Auch die darstellerische Qualität hat in der dritten Staffel angezogen. Die Schauspieler genießen eindeutig mehr Freiheit ihre Figuren zu gestalten und nutzen dies auch aus. Vor allem die Liebesbeziehung zwischen Jack und Ianto wird stark in Szene gesetzt. Dabei wird die Homosexualität zwar thematisiert, ist aber keineswegs grundlegendes Thema der Geschichte. John Barrowman und Gareth David-Lloyd spielen die gleichgeschlechtliche Liebe unterschwellig aus und stellen sie als die Normalität dar, die sie in einer modernen Gesellschaft auch ist. Damit gehen sie einen wohltuend anderen Weg als manch offene Serie, in der die Homosexualität dermaßen normal dargestellt werden will, so dass sie nur noch aufgesetzt wirkt. Auch hier steckt „Torchwood“ neue Grenzen.

Tricktechnisch bietet die Serie viele Szenen vom Feinsten, vor allem der zerstörte Körper von Jack wird eklig imposant vorgeführt. Das gilt auch für die Actionsequenzen, die pointiert eingesetzt werden. Zusammengesetzt ergibt das eine überzeugende Mischung, die einfach Spaß macht.

Die dritte Staffel der Serie kommt auf insgesamt zwei DVDs daher. Leider gibt es beim Bonusmaterial Abstriche und nur ein überschaubares Making-of. Das ist glücklicherweise sehr gelungen und informativ. Die Einblicke hinter die Kulissen sind unterhaltsam, könnten aber umfassender sein.

„Torchwood – Kinder der Erde“ ist die sehr gelungene Fortsetzung dieser außergewöhnlichen Serie und ein Garant für gute Unterhaltung. Die DVD-Box wird der Sache mehr als gerecht. Leider liegt die deutsche Tonspur nur in Dolby Digital 2.0 vor, im Englischen jedoch in Dolby Digital 5.1. Da die deutsche Synchronisation sehr gelungen ist, macht sie dieses Manko ein wenig wett. Unter dem Strich also eine klare Empfehlung!

Copyright © 2009 by Günther Lietz

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GELD.MACHT.LIEBE - Volume 1 – Wie alles begann

Erstellt von Redaktion am 8. Dezember 2009

Bei Libri.deGELD.MACHT.LIEBE
Volume 1 – Wie alles begann
Pilotfolge & Folge 1-5

Autoren: Jörg Brückner, Heike Brückner von Grumbkow
Regisseure: Christine Kabisch, Helmut Metzger
Musik: Hans Günter Wagener
Produzenten: Thomas Hroch, Gerald Podgornig
Produktionsjahre: 2008/2009
Produktionsunternehmen: Tivoli Film Produktion GmbH, Lisa Film GmbH
Verlag: edel motion

Darsteller: Anna Bertheau, Jytte-Merle Böhrnsen, Michael Brandner, Gunther Gillian, Jana Klinge, Roland Koch, Peter Kremer, Nana Krüger, Kai Lentrodt, Gerlinde Locker, Angela Roy, Susanne Schäfer, Anke Sevenich, Johannes Zirner

Die Serie „GELD.MACHT.LIEBE“ lief mit niedrigen Einschaltquoten bis 2009 im öffentlich rechtlichen Fernsehen und wurde von der Filmfirma Tivoli Film/Lisa Film für ARD und ORF produziert. Bei edel motion wurde die zur Serie passende DVD-Box auf den Markt gebracht: „GELD.MACHT.LIEBE: Volume 1 – Wie alles begann“. Das die Serie im TV kein Erfolg war, wird sicherlich ein Rätsel bleiben. Vielleicht lag es an den falschen Erwartungen.

Bereits im Vorfeld stellten die Produzenten eine Verknüpfung zu „Dallas“ her und beschworen den Geist dieser us-amerikanischen Kultserie, die als Pate für „GELD.MACHT.LIEBE“ herhalten sollte. Beide Serien handeln von einer Familiendynastie und sicherlich ist die deutsche Serie mit Motiven aus „Dallas“ konzipiert worden, kommt aber viel ländlicher und familiärer daher, als das große Vorbild aus den USA.

In „GELD.MACHT.LIEBE“ dreht sich alles um das Finanzunternehmen Rheinberg und dessen Angehörige. Die von Rheinbergs leben  luxuriös, beherrschen mit ihrer Bank die Frankfurter Finanzwelt, fördern die Kunst und frönen dem Reitsport. Sämtliche Familienmitglieder sind erfolgreich und die gealterte Liselotte (Gerlinde Locker) von Rheinberg achtet penibel auf Sitte, Anstand und Stand. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm Sohn Markus (Roland Koch) die Firma und führt mit seiner Frau Sophia (Susanne Schäfer) eine vorbildliche Ehe, die wohlerzogene Kinder hervorbrachte: Frank (Johannes Zirner), Elena (Jana Klinge) und Marietta (Jytte-Merle Böhrnsen). Frank wird eines Tages die Firma übernehmen, Elena und ihr Mann Martine La Rocca (Gunther Gillian) – ein erfolgreicher Polospieler – kümmern sich um das Gestüt und Marietta hat eine gute Partie in Aussicht.

In den ersten Minuten des Pilotfilms wird eine bezaubernde Familienidylle aufgebaut, die jeglicher kritischen Betrachtung standhält. Geschickt wird ein herrliches Bauwerk errichtet, dass es später gezielt zu demontieren gilt. Erst Stück für Stück, dann Wand für Wand – bis nur noch die Grundmauern übrig sind. Das geschieht aber schleichend.

Zuerst einmal entpuppt sich die junge und talentierte neue Mitarbeiterin Ariane Seiler (Anna Bertheau) als Nichte von Markus. Auf der Suche nach ihren Wurzeln hat sie die von Rheinbergs gefunden und sich erst einmal heimlich einen Blick auf ihre Familie verschafft. Zu spät erkennt Ariane, warum ihre sich Mutter – Mona (Angela Roy) – von der Familie abwandte. Die von Rheinbergs hegen noch immer Groll und wäre es einst nach ihnen gegangen, hätte Ariane nie das Licht der Welt erblickt. Zu allem Übel stirbt auch noch Friedrich Blessmann (Ernst Jacobi), ein enger Vertrauter der Familie. Sein Sohn Alexander (Peter Kremer) sieht in den von Rheinbergs die Schuldigen und nutzt seinen Posten als städtischer Beamter, um ihnen zukünftig übel zuzusetzen.

Diese zwei ersten Nadelstiche in das makellose Äußere lassen schnell die Luft aus dem künstlich aufgeblasenen Familienclan. Der schöne Schein bricht nun stellenweise zusammen, was spannend inszeniert wurde und sehr plastisch geschieht. Arianes Initiative ruft natürlich auch ihre Mutter Mona auf den Plan, was wiederum zu Verwicklungen führt. Alter Hass, Vorurteile und Ängste brechen hervor. Zudem beginnt sich das Liebeskarussell schnell zu drehen. Tote Huren, Bestechung, Affären und Unfälle sind weitere Elemente, die am schönen Schein kratzen und mit jeder weiteren Episode die von Rheinbergs deklassieren. Das ist Unterhaltung pur!

Dabei bleibt die Serie stets sehr ländlich und in einem familiären Rahmen. Die wirtschaftlichen Verwicklungen der Beteiligten werden zurückhaltend behandelt und nur punktiert eingesetzt. Dadurch mangelt es „GELD.MACHT.LIEBE“ leider ein wenig am Nervenkitzel der Hochfinanz, doch der Schwerpunkt liegt eindeutig gewollt auf den Figuren und ihren Beziehungen untereinander. Durch ständig wechselnde Verhaltensweisen, aber stets den persönlichen Motiven treu, ergibt sich ein dynamisches Gesamtbild, das mit ständigen Überraschungen und Offenbarungen aufwartet.

Einige dieser Überraschungen wirken jedoch etwas aufgesetzt, gar deplatziert. Dazu zählt der Handlungsstrang von Grace Chang, Staatsanwältin und Freundin von Frank von Rheinberg. Scheinbar war die geheime Beziehung zwischen der Staatsanwältin und dem Finanzier ungenügend und mit dem mysteriösen Tod von Changs Vater sollte eine persönliche dramatische Komponente eingebracht werden. Doch genau diese Komponente wirkt künstlich, beinahe wie ein Fremdkörper. Hier zeigt das an sich hervorragende Drehbuch Schwäche.

Im Zentrum der Handlung stehen erst einmal drei Personen, die als Leitsterne der Geschichte fungieren:  Liselotte, Markus und Mona – eine Mutter und ihre beiden Kinder. Diese Konstellation sorgt natürlich für Reibung, vor allem da die alten Feindschaften unvergessen sind. Der Konflikt ist vorprogrammiert. Gerlinde Locker, Roland Koch und  Angela Roy bieten hier Schauspielkunst in Reinform. Mit offensichtlicher Spielfreude hauchen sie ihren Figuren Leben ein und sorgen für greifbare Persönlichkeiten. Dadurch wirkt „GELD.MACHT.LIEBE“ authentisch und auch die anderen Rollen wirken dadurch passend, da sie schlussendlich auf dem Konflikt zwischen diesen drei Menschen aufbauen.

Doch die Riege der anderen Darsteller leistet ebenfalls hervorragende Arbeit. Das gilt insbesondere für Anna Bertheau, die eine kluge und gleichzeitig kindlich naive Ariane Seiler zum Besten gibt – und zwar sehr überzeugend. Ariane sehnt sich nach ihrer Familie. Obwohl sie moralisch erzogen wurde, ist der Wunsch nach Anerkennung, nach Geld, Macht und Liebe größer, als ihre Verbindung zur Mutter. Und schlussendlich ist es Mona selbst, die in der abschließenden Episode der DVD-Box das Verhältnis zu ihrer Tochter in den Grundfesten erschüttert. Sehr ergreifend und fesselnd.

Wie es sich für eine Serie gehört, sind plötzliche Wendungen an der Tagesordnung. Dabei behält die Geschichte stets die Balance zwischen rotem Faden und Überraschungen. Es ist genau die richtige Dosis, die hier dem Zuschauer verabreicht wird. Auch das trägt zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei. Warum die Serie geringe Einschaltquoten hatte und die Produktion schlussendlich eingestellt wurde, bleibt ein kleines Rätsel. Eventuell ist es zu viel Landleben und zu viel Familie, um als Geschichte einer Familiendynastie der Frankfurter Hochfinanz akzeptiert zu werden.

Die DVD-Box aus dem Hause edel motion wird der gediegenen Serie jedenfalls vollends gerecht. Das Cover zeigt im Innenteil der durchsichtigen Plastikbox einen kleinen Stammbaum der Familie, darin sind auch die Namen der Schauspieler eingetragen. Insgesamt sind drei Silberscheiben enthalten, die das Wappen der von Rheinbergs zeigen. Als Bonusmaterial gibt es auf der letzten DVD drei Interviews, die mit Roland Koch, Gerlinde Locker und  Angela Roy geführt wurden. Die Interviews weisen eine unterschiedliche Länge auf und kommen insgesamt auf mehr als dreißig Minuten. Die Fragen drehen sich natürlich alle um die Serie und geben informative Einblicke hinter die Kulissen.

Das Bild ist 16:9 PAL und sehr sauber. Auch der Ton in Dolby Digital 2.0 kommt gut daher, allerdings werden selten sämtliche Tonausgänge bemüht. Die Tonspur liegt auch nur in Deutsch vor, ein Untertitel fehlt vollkommen. Schade, aber auch kein allzu großer Missstand.

„GELD.MACHT.LIEBE: Volume 1 – Wie alles begann“ ist ein gelungener Einstieg in diese Serie. Eine gute Geschichte, Intrigen, persönliche Dramen und eine hervorragende Besetzung sorgen für Kurzweil - mit Tendenz zum Serienkult.

Copyright © 2009 by Günther Lietz

„GELD.MACHT.LIEBE: Volume 1 – Wie alles begann“ bei Libri.de

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Torchwood - Staffel 2

Erstellt von Redaktion am 19. November 2009

torchwood-02Torchwood - Staffel 2

GB 2008
Regisseure: Ashley Way, Colin Teague, Andy Goddard, Jonathan Fox Basset Mark Everest
Komponist: Murray Gold, Ben Foster
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Bildseitenformat: 16:9
Umfang: 4 DVDs
FSK: 16
Polyband & Toppic Video/WVG, 25. September 2009
Spieldauer: 650 Minuten
13 Folgen a ca. 45 min
Extras: “Das Leben und Sterben des Captain Jack”, Deleted Scenes, Outtakes

Als Ableger der bekannten und beliebten Serie „Doctor Who“ hat auch „Torchwood“ die Herzen einer wachsenden Fangemeinde erobert. Für die Produktion zeichnet sich die BBC Wales aus, die Erstaustrahlung der zweiten Staffel fand auf dem Kanal BBC Two statt. In Deutschland lief „Torchwood“ auf RTL2 im Verbund mit weiteren Science-Fiction-Serien.

Die erste Staffel der Serie war bereits ein Knaller, vor allem da sich „Torchwood“ vom üblichen Science-Fiction-Einheitsbrei löst und mit seinem britischen Charme zu begeistern weiß. Die Erzählweise und der Aufbau der Serie ist very british und vor allem für Westeuropäer anziehend gestaltet. Man muss sich halt auf die abstrakten Ideen einlassen können und verstehen, dass nicht alle außerirdischen Katastrophen und Merkwürdigkeiten in den USA geschehen können. Nein, denn „Torchwood“ handelt im walisischen Cardiff. Und mittels einem Raum-Zeit-Riss wird dieser Umstand auch nachvollziehbar erklärt.

In „Torchwood“ spielt der gleichnamige Geheimdienst eine wichtige Rolle, der sich um die übernatürlichen Phänomene kümmert die Britannien plagen. Die Gründung Torchwoods kann man in der Serie „Doctor Who“ übrigens miterleben, ebenso den ersten Auftritt von Captain Jack Harkness (John Barrowman). Jack ist der Dreh- und Angelpunkt der Serie und Leiter der Torchwood-Abteilung Cardiff. Er ist äußerst charismatisch, unsterblich, loyal und stammt aus der Zukunft.

Gemeinsam mit seinem Team unterschiedlicher Fachrichtungen, untersucht Jack die merkwürdigen Ereignisse die Cardiff heimsuchen. Doch Halt! Denn die zweite Staffel geht andere Wege - und das ist einfach großartig. „Torchwood“ hat keine Scheu davor ein anderes Konzept zu nutzen, um spannende Geschichten zu erzählen und den Zuschauer regelrecht an den Fernseher zu fesseln.

Die zweite Staffel schließt nahtlos an der ersten Staffel an. Dort verschwand Jack plötzlich und ließ sein Team alleine. Gwen Cooper (Eve Myles) übernahm die Führung der Einheit. Sie ist sozusagen die gute Seele der Truppe, denn nur ihr gelingt es nebenbei ein halbwegs normales Leben und eine Beziehung zu führen. Sie ist mit Rhys Williams (Kai Owen) verlobt und im Laufe der Handlung heiraten die beiden. Allerdings wird das keine ganz einfache Sache, obwohl Gwen ihrem Liebsten endlich die Wahrheit über ihren Job erzählt. Das wirkt sehr familiär und so ist auch das Konzept der zweiten Staffel.

Im Mittelpunkt stehen die Gefühle der Protagonisten. So kehrt Jack zurück und wirkt auch zufriedener, doch im Laufe der einzelnen Episoden blickt der Zuschauer tief in eine gequälte Seele und erkennt die Maske, hinter der sich Jack verbirgt. Jacks Qual wird von seinem ehemaligen Geliebten Captain John Hart (James Marsters) ausgenutzt. TV-Kenner wissen natürlich, dass es sich bei Marsters um einen exzellenten Schauspieler handelt, der vor allem in der Rolle des Spike („Buffy - Die Vampirjägerin“) große Bekanntheit erreichte. In „Torchwood“ kann er viele Facetten seines Könnens auspacken und ist der Anfang und das Ende der zweiten Staffel - und das in vielerlei Hinsicht.

Wie bereits angedeutet ist die Liebe unter Männern in „Torchwood“ an der Tagesordnung und mit Sexualität wird offen und ehrlich umgegangen. Die BBC zeigt keine falsche Scheu und auch, dass Jack mit seinem Untergebenen Ianto Jones (Gareth David-Lloyd) eine heiße Affäre am Laufen hat. Aber Jack ist kein Kostverächter und so durfte fast jeder aus dem Team Zärtlichkeiten von Jack erfahren. In Gwen selbst lodert eine unerwiderte Liebe, doch schlussendlich gibt sie Rhys den Vorzug - er ist in ihren Augen der zuverlässigere Mann - er ist da, wenn sie ihn braucht.

Unerwiderte oder tragische Liebschaften dominieren die zweite Staffel erheblich, was auch Toshiko Sato (Naoko Mori) erfahren muss. In der Folge „Bis zum letzten Mann“ hat sie sich ausgerechnet in einen Kerl aus der Vergangenheit verliebt, der nur einmal im Jahr aufgetaut wird. Das diese Liebe keine Zukunft hat wird schnell deutlich und nimmt den Zuschauer mit auf eine Achterbahn der Gefühle. Doch der Zuschauer weiß auch, dass die gute Toshiko ein Auge auf ihren Kollegen Dr. Owen Harper (Burn Gorman) geworfen hat. Der hat ebenfalls sein Probleme, ist dem Tode näher als dem Leben. Owen ist vollkommen ahnungslos was Toshikos Gefühle für ihn angeht und schlussendlich wird er ziemlich früh in der Staffel erschossen.

Das geschieht in der Folge „Nebenwirkungen“. Zu viel der Handlung verraten? Keineswegs! Denn „Torchwood“ geht andere Wege. Jack kann Owen nicht ziehen lassen und greift zu einem drastischen Mittel. Owen kehrt zurück ins Leben - falls man es ein Leben nennen kann. Und somit nimmt die Handlung eine weitere überraschende Wendung. Doch schlussendlich … was soll man dazu sagen? Schlussendlich wird deutlich, dass „Torchwood“ keine Scheu davor hat die meisten der Hauptdarsteller sterben zu lassen, die Welt radikal zu verändern und neue Wege einzuschlagen. In anderen Serien suchen die Autoren stets einen Kniff, um auf Anfang zurückzukehren. „Torchwood“ zieht aber stets weiter. Dramatisch, hart, kompromisslos und - vor allem - auch gnadenlos.

Die darstellerische Leistung der Schauspieler ist über alle Zweifel erhaben. Sie setzen die dramatische Handlung der Serie um und hauchen den Rollen Leben ein. Das geschieht mit einer unglaublich starken Ausstrahlung, die einen sofort packt. Vor allem Eve Myles und John Barrowman überzeugen auf ganzer Linie. Beide sind Äußerlich anziehend und besitzen eine einnehmende Persönlichkeit, die auch über den Bildschirm hinaus transportiert wird. Die Dreharbeiten haben Spaß gemacht und das sieht man der Besetzung an. Mimik und Gestik sind wunderbar, oft kommen die Figuren ohne ein Wort aus, vermitteln trotz allem die Situation und ihr Gefühlsleben. Das ist große Schauspielkunst, die hier auf hohem Niveau gezeigt wird.

Auch die deutsche Synchronisation ist gelungen. Das liegt an den gut gewählten Sprechern, die den Charakter der Figuren unterstreichen und ins Deutsche transportieren. Einzig schlecht an der deutschen Tonspur ist die Tatsache, dass hier nur Dolby Digital 2.0 geboten wird. Die Englische Tonspur kommt mit einem satten Dolby Digital 5.1 daher, was einfach erstklassig aus den Boxen dringt. Schade, dass der deutsche Zuschauer da ein wenig das Nachsehen hat. Aber das ist nur ein kleines Übel, über das hinweggesehen werden kann.

„Torchwood - Staffel 2“ ist eine Steigerung der Serie. Packend, spannend, emotional und aktionsgeladen. Dreizehn Folgen sorgen für erstklassige Unterhaltung und keine der Episoden hat eine Schwäche. Glanzlichter sind natürlich die zusammenhängenden Folgen, aber auch alle anderen Geschichten sind sehr unterhaltsam. Gewürzt mit britischem Humor (die Anspielung auf „Star Wars“ ist einfach herrlich) bekommt man eine hervorragende Serie geboten.

Die Aufmachung in der DVD-Box aus dem Hause Polyband wird der Serie sehr gerecht. Vor allem das Bonusmaterial macht Laune und präsentiert informative Blicke hinter die Kulisse. Das gilt auch im Bereich Sound und Musik. Einfach wunderbar und einen Blick wert. Für Fans von Captain Jack gibt es passendes Zusatzmaterial, in dem die Rolle detailliert unter die Lupe genommen wird. Das ist vor allem für Leute wichtig die keine Ahnung von „Doctor Who“ haben, aber dennoch mehr über diese außergewöhnliche Figur des Captain Jack Harkness wissen möchten.

Zusammengenommen und abschließend bleibt eigentlich nur eine Wertung übrig: Erstklassig!

Copyright (c) 2009 by Günther Lietz

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H2O – Plötzlich Meerjungfrau

Erstellt von Redaktion am 18. November 2009

h2o-02H2O – Plötzlich Meerjungfrau
Staffel 2 - 4 DVDs in einer Box

Titellied: Kate Alexa
Regie: Colin Budds
Darsteller: Cariba Heine, Phoebe Tonkin, Claire Holt
Produktion: Jonathan M. Shiff Productions, ZDF Enterprises
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Walt Disney
Produktionsjahr: Australien 2006
Spieldauer: 624 Minuten

Auch in der zweiten Staffel der australischen Mädchenserie „H2O - Plötzlich Meerjungfrau„ erleben die Teenager Emma (Claire Holt), Rikki (Cariba Heine) und Cleo (Phoebe Tonkin) spannende Abenteuer. Treu an ihrer Seite Lewis (Angus McLaren), der stets darum bemüht ist, das Geheimnis der drei Mädchen zu bewahren. Immerhin setzt die Berührung mit Wasser die Verwandlung zur Meerjungfrau in Gang und in Vollmondlicht verlieren die Mädels die Kontrolle über sich. Und genau das passiert leider auch in der ersten Folge der Staffel, denn Lewis benutzt eine ausländische Software, um den Mondaufgang zu ermitteln. Und damit kann der junge Mann nicht umgehen.

Kaum dem Mondlicht ausgesetzt machen sich die drei Freundinnen auf den Weg nach Mako Island. Dort, in einer geheimen Grotte, haben sie ihre Mächt erhalten. Und auch diesmal treten neue Veränderungen ein, denn die Kräfte der Meerjungfrauen steigern sich erheblich. Leider können die Mädchen ihre neuen Superkräfte kaum kontrollieren, doch Lewis steht ihnen zur Seite. Aber seine guten Absichten sind für Cleo zu viel, die beschließt, sich von ihm zu trennen.

Auch Rikkis Gefühlswelt gerät ins Trudeln. Zane taucht auf und die alten Emotionen übermannen beide. Ihr Liebesglück scheint perfekt. Während sich der verlassene Lewis der an die Schule gekommenen Charlotte annähert, wandelt auch Cleos Vater auf Freierfüßen. Immerhin lebt er ebenfalls getrennt und hat auch eine neue Flamme ins Auge gefasst. Und deren Tochter ist ausgerechnet Charlotte.

Die drei Mädchen erleben viele neue Abenteuer und sind hierbei stets auf der Hut, um ihr Geheimnis zu wahren. Dabei haben sie große Probleme ihr Gefühlschaos zu ordnen und mit den Jungs klarzukommen, die ihnen nachstellen. Brisant wird es, als Charlotte den Meerjungfrauen auf die Spur kommt und herausfindet, dass es eine alte Verbindung zwischen ihr, dem Mythos und Mako Island gibt. Die Sache droht aufzufliegen und alle Beteiligten in immense Gefahr zu bringen. Und zu allem Übel gib es bald eine Planetenstellung, bei der die Kräfte des Mondsees auf Mako Island drastisch verändert werden - und Charlotte sinnt auf Rache …

In der ersten Staffel drehte sich das Liebeskarussel zwar auch schnell, aber zentrales Thema war mehr die Verwandlung der Mädchen in Meerjungfrauen und die Entdeckung ihrer Kräfte. Damit wurde spielerisch und spannend zugleich auf die Veränderungen junger Heranwachsender eingegangen: Der Körper verändert sich, viele Dinge sind plötzlich anders und manches gar peinlich. Freundinnen werden sehr wichtig und da ist auch noch diese Sache mit den Jungs, die sich total kindisch benehmen. Sozusagen Aufklärung subtil in Unterhaltung eingebettet und damit erzieherisch wertvoll.

Auch in der zweiten Staffel der Serie - die in Kooperation mit dem ZDF entstand - kommt die Handlung ohne Besserwisserei und mahnenden Zeigefinger aus. Das ist vor allem für das Zielpublikum wichtig, dass sich keinesfalls bevormundet fühlen möchte. „H2O - Plötzlich Meerjungfrau“ greift stattdessen reale Themen auf und behandelt diese in einem phantastisch mysteriösen Ambiente. Doch die körperlichen Veränderungen sind weitgehend abgeschlossen, die ersten Liebschaften in vollem Gange - nun rücken die Beziehungen stärker in den Mittelpunkt.

Cleo, Rikki und Emma lernen mit ihren Gefühlen umzugehen, erfahren unerwiderte Liebe, Eifersucht und Lebenschaos. Junge Mädchen - und somit heranwachsende Frauen - können sich problemlos mit den unterschiedlichen Charakteren identifizieren, ältere Semester erinnern sich schmunzelnd an ihre eigene Jugend zurück und Jungs finden eventuell heraus, warum die Mädels so sind, wie sie eben sind. Das alles verpackt in eine spannende und zeitgemäße Rahmenhandlung. Diese setzt sich zwar aus einzelnen, in sich abgeschlossenen Episoden zusammen, besitzt aber auch einen roten Faden, der sich durch die ganze Geschichte zieht. Dazu eine große Portion Humor und ein wunderbares Ambiente.

Das wird mittels der herrlichen Fotografien und Kameraarbeiten erzielt. Die Dreharbeiten fanden in und um Gold Coast statt, der sechstgrößten Stadt Australiens und einem wahren Touristenmagneten. Vor allem die beinahe sechzig Kilometer Strand locken die Surfer an. Als weitere Kulisse dient - neben dem idyllischen Haiparadies Mako Island - Sea World. Der maritime Freizeitpark heißt in der Serie allerdings Marine World. Die traumhaften Bilder haben es in sich, dazu die ausgeglichene und unbeschwerte Erzählweise durch Regisseur Colin Budds. Die Geschichten sind dadurch wunderbar unterhaltsam.

Auch die Darsteller haben es in sich, allen voran das Meerjungrauentrio Emma (Claire Holt), Rikki (Cariba Heine) und Cleo (Phoebe Tonkin). Dabei handelt es sich um gutaussehende junge Schauspielerinnen, denen mit „H2O - Plötzlich Meerjungfrau“ der Durchbruch gelang. Sicherlich trägt ihr Aussehen ebenfalls zum Erfolg der Reihe bei, doch auch ihr darstellerisches Talent ist überzeugend. Frisch und unverbraucht füllen sie ihre Rollen mit Leben. Die Drei vermitteln die passenden Emotionen und verleihen ihren Figuren den richtigen Charakter. Vor allem Cariba Heine konnte sich auf dem Markt gut etablieren und wirkte in weiteren Serien mit.

Mit Angus McLaren haben die jungen Frauen den passenden Gegenpart. In der Rolle des bemühten und leicht ungeschickten Freundes sorgt er für etliche Verwicklungen, die man ihm aber gerne verzeiht. Immerhin ist er stets zur Stelle, sobald man ihn braucht und riskiert auch sein Leben, um das Geheimnis des Trios zu wahren. McLaren erfüllt die ihm gestellte Aufgabe mit Bravour und ist in seiner Darstellung überzeugend. Es macht Spaß ihn agieren zu sehen. „H2O - Plötzlich Meerjungfrau“ ist die Krönung seiner bisherigen Karriere und man kann nur hoffen, dass ihm der Sprung auf die große Leinwand gelingt. Allgemein hat man es hier mit einer ausgesuchten Riege junger Schauspieler zu schaffen, die man gerne im Kino erleben würde. Das Zeug dazu haben sie allemal.

„H2O - Plötzlich Meerjungfrau“ ist auch in der zweiten Staffel eine klasse und unterhaltsame Sache. Die Kernthemen haben sich leicht verändert, sind aber dennoch packend. Die Serie bietet zeitgemäße Unterhaltung auf hohem Niveau - in technischer und darstellerischer Hinsicht. Empfehlenswert!

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H2O - Plötzlich Meerjungfrau Staffel1
H2O - Plötzlich Meerjungfrau Staffel2

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Kampfstern Galactica – Teil 2

Erstellt von Detlef Hedderich am 25. Oktober 2009

kampfstern-galactica-e28093-teil-21Christian J. Nyby II & Donald P. Bellisario u. a.
Kampfstern Galactica – Teil 2

Battlestar Galactica, USA, 1978
Koch Media GmbH, München, 3/2009
5 DVDs, Display in Metal Box
EAN 4020628972233
Lauflänge: ca. 610 Min., 13 Folgen à 47 Min.
FSK: 12
Bildformat: 4:3, PAL, RC2
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Komponist: Stu Phillips, Glen A. Larson
Darsteller: Lorne Greene, Richard Hatch, Dirk Benedict
Extras: 32-seitiges Booklet, Dokumentation: „Erinnerungen an KG“, geschnittene Szenen, dt. Originaltrailer zu „Mission Galactica“, Bildergalerie

www.kochmedia-dvd.com
www.battlestargalactica.com/index.htm

Die Galactica besteht auf der Flucht vor dem feindlichen Volk der Zylonen so einige Gefahren. Sie sind auf dem Weg zur Erde, auf der das nur noch aus Sagen bekannte dreizehnte Volk der menschlichen Rasse leben soll, das sich vor langer Zeit in den Weiten der Galaxis verlor. Die letzten Überlebenden legen ihre ganze Hoffnung darauf, dort eine neue Heimat zu finden. Die einzelnen Abenteuer gestalten sich wie folgt:

Disk 1
Episode 12/13: Mission Galactica - Angriff der Zylonen: Die Galactica trifft auf die Pegasus und ihren legendären Commander Cain (Lloyd Bridges), der den Kampf gegen die Zylonen immer noch nicht aufgegeben hat und das Schwesterschiff nun dazu überreden will, einen gemeinsamen Angriff gegen zwei Basisschiffe zu fliegen.
Episode 14: Galactica unter Feuer: Die Galactica wird von zylonischen Kampfschiffen schwer beschädigt. Commander Adama liegt im Sterben. Durch die Explosionen wurde das Freizeitzentrum vom Rest des Schiffes abgeschnitten. Es wird alles getan, um die Überlebenden zu retten. Denn unter den Eingeschlossenen befinden sich auch Apollos Sohn und seine Schwester Athena. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Disk 2
Episode 15/16: Teuflische Versuchung: Die Galactica-Crew trifft auf einen charismatischen Mann namens Count Iblis (Patrick McNee). Er manipuliert die Menschen und zeigt ihnen ihre verborgenen Sehnsüchte. Der leibhaftige Teufel scheint seine Finger im Spiel zu haben.
Episode 17: Der Mann mit den neun Leben: Leutnant Starbuck begegnet einem Mann namens Chameleon (Fred Astaire) der sich als sein Vater ausgibt. Stimmt dies, oder ist er nur ein raffinierter Hochstapler?

Disk 3
Episode 18: Unter Mordverdacht: Nach einem Spiel geraten Starbuck und ein Spieler der gegnerischen Mannschaft aneinander. Als dieser Spieler kurze Zeit später tot aufgefunden wird, gerät Starbuck unter Mordverdacht.
Episode 19/20: Kontakt zur Erde: Die Galactica findet ein Schiff mit Stasiskapseln, in denen sich Kinder befinden. Die Kapseln zu öffnen, könnte den Tod der Schläfer bedeuten. Eine Gewissensfrage, die Adama jedoch abgenommen wird, als durch einen Kurzschluss die Lebenserhaltungsenergie der Kapseln rapide sinkt. Unbemerkt erwacht einer der Schläfer.

Disk 4
Episode 21: Fluchtgefahr: Einige Krieger der östlichen Allianz befinden sich als Kriegsgefangene unter Obhut von Commander Adama. Dieser versucht, mit dem Anführer in diplomatische Verhandlungen zu treten. Doch die Arroganz und Verblendung seines Gegenübers verblüfft sogar Adama.
Episode 22: Kriegsgefahr: Apollo wird auf Terra gefangen genommen, weil man ihn für einen Spion der östlichen Allianz hält. Adama versucht nun alles, um seinen Sohn zu retten. Natürlich mischt Starbuck kräftig mit. Warum sollte sein Freund Apollo den ganzen Spaß alleine haben.
Episode 23: Die Meuterei: Starbuck trifft sich mit seiner neuesten Eroberung Aurora auf der Celeste, einem Schiff, das ebenfalls zum Verbund der Galactica gehört. Doch Aurora spielt falsch. Sie entpuppt sich als Mitglied einer Terrorgruppe, die nicht mit der derzeitigen Politik des Rates einverstanden ist.

Disk 5
Episode 24: Die große Schlacht: Die Galactica trifft erneut auf ihre Erzfeinde, die Zylonen, und das auch noch am Rand der Galaxis. Adama trifft die Entscheidung, nicht länger zu fliehen. Er will mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln das Basisschiff der Zylonen vernichten. Damit wäre der Weg zur Erde endlich frei.

An Extras finden sich auf den DVDs u. a. die Dokumentation: „Erinnerungen an Kampfstern Galactica!“, oftmals kommentierte, geschnittene Szenen zu so gut wie allen Folgen, der dt. Originaltrailer zu „Mission Galactica“ und nicht zuletzt eine Bildergalerie. Die Doppelfolge „Mission Galactica“ ist zum Teil durch Szenen mit dt. Untertiteln ergänzt, da sie nie vollständig für das deutsche Fernsehen synchronisiert wurde, sondern stattdessen immer nur der für das Kino aufbereitete Film gezeigt wurde. Wer diese Folgen sieht, wird sich wieder daran erinnern, dass Starbuck und Boomer noch Männer und Menschen waren. Zusammen mit ihrem Freund Apollo bilden sie wie die drei Musketiere ein echtes Dream-Team. Die schmucken Uniformen und phantasievollen Kleider der Damen werden den wahren Fan aufatmen lassen. Denn auch noch unter den fürchterlichsten Bedingungen sitzt das Make-up, und die Frisur hält.

Die neue Serie verleitet einen eher dazu, mit Shampoo und Duschbad hinter den Darstellern herzulaufen. Dies sei nur am Rande erwähnt. Legenden wie ja, Pa, ja, Pa- „Bonanza“-Darsteller Lorne Greene veredeln durch ihre schauspielerischen Leistungen diese Serie, wie der unvergleichliche Lloyd Bridges, der hier in einer Gastrolle als Commander Cain zu sehen ist. Fans der alten „Galactica“-Missionen werden hoffentlich über einige Schwächen hinwegsehen. Z. B. sind die Schnitte der einzelnen Szenen sehr grob. Verstörend kann auch wirken, dass die Sprache in einigen Folgen zwischendurch ins englische Original wechselt, da wohl keine Nachsynchronisation erfolgte. Alles in allem sind diese Disks aber dazu da, manch langweiligen Abend aufzupeppen. Die Extras werden durch vergessene Film-Schnippsel und Trailer zu den Kinofilmen aufgepeppt. Wer ein wahrer Fan der „Galactica“ ist und Filme oder Serien wie „Star Wars“ oder „Star Trek“ liebt, wird sich sehr wohl fühlen. Das Original ist immer noch am schönsten. (PW)

Titel bei Amazon.de: Kampfstern Galactica – Teil 2

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Torchwood - Staffel 1

Erstellt von Redaktion am 14. September 2009

Bei Amazon.deTorchwood
Staffel 1

Regisseure: Brian Kelly, Colin Teague, James Strong, Alice Troughton, Andy Goddard
Komponisten: Murray Gold und Ben Foster
Darsteller: Captain Jack Harkness (John Barrowman), Gwen Cooper (Eve Myles), Ianto Jones (Gareth David-Lloyd), Owen Harper (Burn Gorman), Toshiko “Tosh” Sato (Naoko Mori)

Originaltitel: Torchwood
Produktionsland: Großbritannien
Produktionsjahr: 2006, 2007, 2008, 2009
Dauer: etwa 50 Minuten
Originalsprache: Englisch
Idee: Russell T Davies
Genre: Science-Fiction
Erstausstrahlung: 22. Oktober 2006 auf BBC Three
Deutschsprachige Erstausstrahlung: 11. März 2009 auf RTL 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Bildseitenformat: 16:9
Umfang: 4 DVDs
Spieldauer: 650 Minuten (13 Folgen a ca. 45 min)
FSK: 16
Label: Polyband, 6. Juni 2009
Extras: Making-of, Interviews mit Crew & Cast, Behind the Scenes, Deleted Scenes, Audio-Kommentare, Dreh-Tagebücher

Mit einem Anagramm zum Erfolg

In Großbritannien genießt die Serie „Doctor Who“ Kultstatus und wurde dort von 1963 bis 1989 produziert. Für 2005 war eine Neuauflage der Serie geplant und um das große Geheimnis zu bewahren, bildete man aus „DDoctor Who“ das  Anagramm „Torchwood“ als vorläufigen Projektnamen. Während „Doctor Who“ an den Start ging und sehr familienfreundlich abgedreht wurde, sollte die Serie „Torchwood“ als Ableger ein älteres Publikum ansprechen. So sind die Themen düsterer, kommen mit mehr Gewalt daher und zeigen sich sehr sexy.

In „Torchwood“ gibt es nun etliche Anspielungen auf „Doctor Who“. Bekannte Klänge werden eingespielt, Zusammenhänge kurz angerissen oder es tauchen gar Requisiten auf. Doch auch ohne Vorkenntnisse oder Wissen aus „Doctor Who“ macht „Torchwood“ großen Spaß und bleibt nachvollziehbar.

Das geschieht vor allem durch die Figur der Gwen Cooper (Eve Myles), die aus dem normalen Polizeidienst stammt, und bei Mordermittlungen durch Zufall der Geheimorganisation Torchwood auf die Schliche kommt. Gwen ist sehr neugierig und emotional, spürt Torchwood hinterher und landet schlussendlich in deren Hauptquartier. Obwohl sie eine Amnesiepille untergeschoben bekommt, bleibt sie Torchwood auf der Spur und wird schlussendlich ins Team aufgenommen.

Gwen bildet bei Torchwood 3 – so der Name der Niederlassung im walisischen Cardiff – den emotionalen Pol der abgehärteten Truppe um Captain Jack Harkness (John Barrowman) und dessen Leute. Da Gwen von den Ereignissen, der Aufgaben und der Beschaffenheit des Riss’ unter dem Hauptquartier keine Ahnung hat, stellt sie gleichzeitig auch den ahnungslosen Zuschauer dar, der alles neu erfahren wird. Durch Gwens Augen sieht und lernt das Publikum, was es wissen muss. Ein feiner Kniff.

Die Men in Black Großbritanniens?

Torchwood ist eine Geheimorganisation, die niemandem untersteht und deren Niederlassung in Cardiff vom unsterblichen Captain Jack Harkness geführt wird. Jack verbindet eine ganz besondere Beziehung mit dem Doktor (eben jener Doktor aus „Dr. Who“) die manchmal gestreift, aber nie richtig thematisiert wird. Aufgabe der Niederlassung Nummer drei ist es, einen Raum-Zeit-Riss zu überwachen, der durch Cardiff verläuft – genau unter dem Hauptquartier der Truppe. Dabei kümmert sich Torchwood niemals um normale Probleme, sondern versucht stets Aliens, Monster und Phänomene aufzuhalten und unter den Teppich zu kehren. Dabei erbeutete Artefakte der Aliens werden gerne mal dem eigenen Arsenal einverleibt, was schnell zu großen Problemen führt.

Von der Thematik her fühlt man sich nun an die Men in Black aus „MIB“ erinnert, doch statt der us-amerikanischen Coolness und dem glatten, sauberen Hollywoodflair, ist „Torchwood“ düsterer, erwachsener und vielschichtiger. Action gibt es zwar auch, doch im Zentrum stehen die Charaktere, ihre emotionale Kälte und auch Entwicklung. Liebe, Vertrauen, Sex und Offenbarung sind die Themen, die behandelt werden. Das ergibt somit viele unterschiedlich gelagerte Episoden, die den Zuschauer immer wieder zu fesseln wissen.

Die erste Staffel der Serie setzt sich aus insgesamt dreizehn Episoden zusammen. Die Vermarktung der BBC basiert dabei auf unterschiedlichen Lizenzmodellen. Dadurch sind die einzelnen Folgen in der internationalen Lizenzversion um jeweils zehn Minuten kürzer, als die Originale.

Sexy Science Fiction

Vielleicht traut man dem deutschen Zuschauer nur bedingt zu, den typisch britischen Humor zu verstehen oder die anzüglichen Szenen zu verkraften. Und solche Szenen gibt es zuhauf. Die Sehnsucht der Figuren nach Liebe, Geborgenheit und Verständnis, der Wunsch nach Normalität, treibt dabei auch manch Stilblüte. Ganz abgesehen von den Sexbedürfnissen bei Frau, Mann und Alien.

Sex ist in „Torchwood“ und bei Torchwood eine Angelegenheit, die verschieden ausgeprägt ist. So erleben wir Mediziner und Womenizer Owen Harper (Burn Gorman) der sich seinen Sex auch mal mittels einem Deo besorgt, das unwillige Damen willig macht. Computerfachfrau Toshiko “Tosh” Sato (Naoko Mori) ist dagegen eher gehemmt, scheint prüde – bis sie ein lesbisches Verhältnis anfängt und endlich die Mauer ihrer Zurückhaltung einreißen lässt. Gwen selbst ist mit Rhys Williams (Kai Owen) verlobt. Doch Gwen muss bei Rhys über ihr neues Leben schweigen, wird dadurch emotional beinahe zerrissen und findet Zuflucht und Trost in Owens Bett.

Klingt schon verzwickt, wird aber noch viel besser. Denn Ianto Jones (Gareth David-Lloyd) – Hausmeister, Empfangsdame und Mädchen für alles bei Tochwood 3 – versteckt eine Cyberfrau im Keller. Diese stammt aus der Vernichtung einer anderen Tochwood-Anlage, die in „Doctor Who“ eine Rolle spielte. Ianto ist unfähig mit seiner Vergangenheit abzuschließen und verleugnet, dass er seine Freundin töten muss, da sie kein Mensch mehr ist. Schlussendlich sucht Ianto Zuflucht und Trost in den starken Armen eines Mannes, der selbst unter seiner Vergangenheit leidet: Captain Jack Harkness.

Irre Ideen

Dieses Karussell der Gefühle und Liebschaften dreht sich nun immer schneller. Liebe und Hass gehen dabei Hand in Hand. Aber neben dieser Achterbahn der Emotionen und den tiefsinnigen Handlungsträngen, überzeugt „Torchwood“ auch durch etliche abgedrehte Ideen.

So wird das Team mit einer Maschine konfrontiert, die eine Art emotionale Zeitreise ermöglicht und den sensiblen Owen beinahe zu einem Mord treibt. Märchenfeen zeigen ihr böses Gesicht, töten mit Blüten einen Kinderschänder und lassen keinen Zweifel daran, dass sie bekommen was sie wollen. Ein programmierter Serienmörder und eine tote Kollegin sorgen bei Gwen für große Kopfschmerzen, während durch einen Zeitriss auch mal Menschen aus der Vergangenheit in die Gegenwart katapultiert werden – und manch einer zerbricht regelrecht daran. Schlussendlich endet die Staffel mit einem epischen Kampf und einem Mann, der scheinbar ohne Grenze durch die Zeit reißen kann und Jacks Leute manipuliert, in dem er ihre Gefühle ausnutzt. „Torchwood“ ist nicht rational, „Torchwood“ ist emotional!

Dabei wechseln sich laute und leise Episoden ab. In „Tochwood“ kann es ordentlich krachen, dann gibt es wiederum leise, nachdenkliche Töne. Torchwood selbst ist auch keine Organisation aus unbezwingbaren Superhelden. Oft genug nehmen die Charaktere Schaden, erzielen nur einen Teilerfolg oder versagen gar auf ganzer Linie. Dadurch bleibt die Serie allerdings spannend, denn zu keinem Zeitpunkt ist genau vorhersehbar wie eine Episode endet.

Ein berauschendes Ambiente

Ebenso wie die andersartigen Charaktere und Geschichten, hebt sich auch die Kulisse vom üblichen Mainstream ab. So ist Torchwood eine Organisation, die zu Zeiten Königin Viktorias gegründet wurde. Dadurch entsteht stellenweise eine viktorianische Gaslichtkulisse, die durch Alienartefakte zu modernem Steampunk hochgekocht wird, um das ganze abgerundet und heiß zu servieren. Hochleistungscomputer, Flugsaurier, alte Kanäle und verborgene Geheimnisse in den Katakomben unter Cardiff – das alles bietet „Torchwood“.

Das alles und noch mehr. Denn anstatt in einer typischen Großstadt, spielen die Geschichten im eher beschaulichen Cardiff, der Hauptstadt von Wales. Trotzdem bleibt die Szenerie stets glaubhaft, werden Geschichten auch mal mit Fahrten aufs Land kombiniert und stellen die Produzenten klar, dass keine weiten Reisen und gigantischen Metropolen nötig sind, um eine Gefahr für die Welt darzustellen. In Cardiff ist der Riss, in Cardiff steppt der Bär. Und um einen Eindruck von Cardiff zu vermitteln, gibt es schöne Luftaufnahmen, die oft in einer Draufsicht des Hauptquartiers enden. Das alles wirkt auf den ersten Blick derart harmlos, dass man meint, die Abenteuer von Torchwood könnten auch in der nächst größeren Stadt im eigenen Land stattfinden - beeindruckend beängstigend.

Und der Sieger ist …!

„Torchwood“ ist eine erfrischend andere Art der TV-Science-Fiction. Frische und freche, oft freizügige und immer gefühlsbetonte Geschichten, dazu eine gesunde Prise Trash, viel Düsternis, aber auch britischer Humor … „Torchwood- Stafel 1“ ist eine spannende und brisante Mischung, die mit jeder weiteren Folge hinzugewinnt und ihren Weg findet.

Auch das Bonusmaterial der Box kann sich sehen lassen. Das Making-of, Interviews mit Crew & Cast, Behind the Scenes, Deleted Scenes, Audio-Kommentare und die Dreh-Tagebücher geben einen guten Blick hinter die Kulissen. Vor allem die Hassliebe zum schicken Torchwood-SUV wird sehr deutlich und sorgt für ein Schmunzeln beim Zuschauer.

Die Qualität der DVDs ist hervorragend. Die Synchronisation leider ein wenig flach und vom Wortwitz ging bei der Übersetzung einiges verloren. Ärgerlich ist, dass die deutsche Tonspur nur in Dolby Digital 2.0 daherkommt, während die Originaltonspur mit Dolby Digital 5.1 aufwartet. Heutzutage kann man eigentlich überall 5.1 erwarten, vor allem bei einer dermaßen guten Science-Fiction-Serie. Wer des Englischen mächtig ist, sollte die Episoden auch deswegen mal im Original angucken. Interessanterweise gibt es den Untertitel nur in Englisch, so dass Original mit deutschem Untertitel als Option wegfällt.

Klasse Geschichten, hervorragende Schauspieler und neue Ideen, das macht „Torchwood“ aus - und die erste Staffelbox zu einer klaren Empfehlung!

Copyright © 2009 by Günther Lietz

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